Ärzte Zeitung online, 05.08.2009

Volle Gefängnisse: Gericht ordnet Entlassungen an

SAN FRANCISCO (dpa). Nach Beschluss eines Bundesgerichts in Kalifornien muss der US-Westküstenstaat aus seinen überfüllten Gefängnissen über 40 000 Häftlinge entlassen. Wie die "Los Angeles Times" am Dienstag berichtete, befanden drei Richter, dass in den deutlich überbelegten Haftanstalten die Grundrechte der Gefangenen verletzt werden.

Zwei Häftlinge hatten Klage eingereicht. Sie prangerten unter anderem mangelnde Hygiene und eine schlechte Gesundheitsversorgung an. Das Gericht gibt dem Staat eine Frist von 45 Tagen, um einen Plan vorzulegen, wie die Zahl von derzeit 150 000 Insassen in 33 Gefängnissen auf 110 000 Häftlinge reduziert werden kann. Dies soll in einem Zeitraum von zwei Jahren geschehen.

In den staatlichen Anstalten ist eigentlich nur Platz für 84 000 Menschen. Die meisten Einrichtungen sind hoffnungslos überfüllt. Viele Häftlinge werden in Sporthallen und provisorischen Baracken untergebracht. Angesichts leerer Haushaltskassen in Kalifornien wurde kürzlich die vorzeitige Entlassung von Gefangenen diskutiert, die keine Gewaltverbrechen begangen haben.

Topics
Schlagworte
Panorama (30672)
Organisationen
Los Angeles Times (84)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Werden europäische Männer immer unfruchtbarer?

Männern haben immer weniger Spermien. Direkte Rückschlüsse auf Fruchtbarkeit erlaubt das nicht – es könnte aber nur die Spitze eines Eisbergs gesundheitlicher Probleme sein. mehr »

Psychotherapie soll künftig Unifach werden

Ein einheitliches Berufsbild, Studium an der Uni. Die Psychotherapeutenausbildung steht vor umwälzenden Veränderungen. Kritiker vermissen beim Entwurf aber Konkretes zum Thema Weiterbildung. mehr »

Ist die menschliche Entwicklung am Ende?

Über Hunderttausende von Jahren ist der Mensch zu dem geworden, was er heute ist. Und nun? Ein Grimme-Preisträger fragt sich, ob Unsterblichkeit erstrebenswert ist und wohin uns die Evolution führen wird - oder kann der Mensch sie austricksen? mehr »