Ärzte Zeitung online, 07.08.2009

Leichen-Präparator zeigt Fotos von Liebesakt

AUGSBURG (dpa). Der umstrittene Leichen-Präparator Gunther von Hagens hat am Donnerstag in seiner "Körperwelten"-Ausstellung in Augsburg großformatige Fotos eines plastinierten Liebesaktes enthüllt. Die Darstellung des Geschlechtsaktes selbst, die ursprünglich mit einem speziell präparierten Leichen-Paar gezeigt werden sollte, ist nur in Goldpapier verhüllt zu sehen.

Damit hat sich von Hagens an das Verbot der Stadt Augsburg gehalten, die ihm die Darstellung des Aktes unter Androhung eines Zwangsgeldes von 10 000 Euro untersagt hatte.

Von Hagens kündigte an, gegen das Verbot gerichtlich vorgehen zu wollen. Seiner Auffassung nach werde die Stadt das Verbot nicht aufrechterhalten können. Er wies den Vorwurf zurück, sein liegender Liebesakt mit plastinierten Leichen verstoße gegen die Menschenwürde. Das dargestellt Paar habe zu Lebzeiten als Körperspender ausdrücklich eingewilligt, nach dem Tod beim Geschlechtsakt ausgestellt zu werden. Der Akt stelle keine Entmenschlichung dar und diene dem pädagogischen Aspekt der Sexualaufklärung. "Ich werde mir das Verbot von der Stadt so nicht gefallen lassen", sagte von Hagens.

Die Kuratorin der Ausstellung warf den städtischen Behörden in Augsburg "Willkür" vor. Durch das erlassene Verbot werde die Wissenschaftsfreiheit eingeschränkt. Zur Begründung des Verbots hatte die Stadt das bayerische Bestattungsgesetz geltend gemacht. Danach gelte der Persönlichkeitsschutz auch nach dem Tode. Die Darstellung eines Geschlechtsaktes mit präparierten Leichen sei "herabwürdigend und erniedrigend".

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Ärzte können künftig Medizinalhanf verordnen

Nach jahrelanger Debatte regelt das Parlament heute den Umgang mit Cannabis als Medizin völlig neu. Krankenkassen müssen künftig die Kosten im Regelfall erstatten. mehr »

Kein Schmerzensgeld für die künstliche Ernährung des Vaters

Das Münchener Landgericht hat die Klage gegen einen Hausarzt, der einen Patienten vermeintlich unnötig lange künstlich ernähren ließ, abgewiesen. Gleichwohl attestierte es einen Behandlungsfehler. mehr »

Droht Briten eine zweite Creutzfeldt-Jakob-Welle?

In Großbritannien ist ein Mann an einer ungewöhnlichen Creutzfeldt-Jakob-Erkrankung gestorben. Dies nährt Befürchtungen, wonach mehr als 20 Jahre nach der BSE-Krise eine zweite Erkrankungswelle ansteht. mehr »