Ärzte Zeitung online, 10.08.2009

Totgeglaubtes Baby "erwacht" im Pappkarton

ASUNCIóN (dpa). In Paraguay ist ein von den Ärzten für tot erklärtes Baby nur wenige Stunden danach lebend von seiner Familie zurück in die Klinik gebracht worden. Die Angehörigen waren bereits bei den Trauervorbereitungen, als sie aus dem Pappkarton, in dem das angeblich tote Baby von der Klinik nach Hause gebracht worden war, ein Wimmern und Weinen hörten.

Daraufhin brachten sie den kleinen Jungen, eine Frühgeburt, wieder in das Krankenhaus, wo die staunenden Ärzte das Kind in einen Inkubator legten.

Der Zustand des Jungen ist nach Angaben der Klinik von Samstag kritisch. Die Lungen seien schlecht entwickelt und die Herzleistung mangelhaft. Die 24-jährige Mutter Isabel hatte ihren zweiten Sohn am Donnerstag um 18.30 Uhr in der IPS-Klinik in der Hauptstadt Asunción nach nur fünf Monaten Schwangerschaft auf die Welt gebracht. Nach Angaben der Ärzte starb das Baby während der Geburt. Sie attestierten allerdings die Geburt eines Mädchens, obwohl es ein Junge war, und trugen auf der Todesurkunde "Nr. 18 033218" den Namen "Ángela Rossana" ein.

Anschließend holte eine Tante das "tote Kind" in einem leeren Medikamentenkarton aus dem Krankenhaus ab. Bevor sie es nach Hause brachte, hielt sich die Tante aber nach Berichten des Zeitung "Ultima Hora" von Freitag (Ortszeit) noch an verschiedenen anderen Orten auf. Offensichtlich sei sie auch in einem Supermarkt gewesen.

Der von seinen Gefühlen überwältigte Vater José, der seinen Sohn zu Hause lebend in dem Karton entdeckte, sagte: "Es war, als sei er aus dieser Kiste geboren worden." Die Ärzte stehen vor einem Rätsel. Das Kind habe bei der Geburt weder Herzschlag noch Atmung gehabt, sagten die Mediziner. Dies sei ein "sehr, sehr seltener Fall".

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