Ärzte Zeitung online, 12.08.2009

Erschossen im Auto: Hintergründe für Bluttat unklar

SCHWEINFURT/WÜRZBURG (dpa). Ein US-Soldat hat am Dienstagmorgen im bayerischen Schweinfurt in einem Auto die blutüberströmten Leichen eines Mannes und einer Frau entdeckt. Der Soldat sei auf dem Weg zu seinem Dienst gewesen, berichtete Polizeisprecher Heiko Sauer. Die Opfer starben durch Schüsse, die Tatwaffe konnte zunächst nicht gefunden werden. Die Ermittler rätselten über die Hintergründe der Bluttat.

Die Opfer stammen aus dem Irak. Die 30 Jahre alte Frau war die Schwägerin des 5 Jahre älteren Mannes. Mit Rücksicht auf die Ermittlungen wollte die Polizei nicht sagen, ob die beiden womöglich ein Paar waren.

Daher war am Dienstag auch noch unklar, welche Rolle die Familien der Toten bei der Tat spielten. Selbst einen Selbstmord wollten die Ermittler entgegen ersten Angaben nicht ausschließen. Alle Möglichkeiten würden geprüft, sagte Polizeisprecher Karl-Heinz Schmitt. Nach Angaben der Ermittler ist es auch theoretisch möglich, dass jemand die Waffe nach einem Selbstmord entfernt habe.

Der Soldat hatte nach seiner furchtbaren Entdeckung sofort die Militärpolizei Schweinfurt informiert, danach rückten etliche Streifenwagen an, der Tatort wurde abgesperrt. "Die Opfer lagen zusammengesackt auf den Sitzen", berichtete Sauer. Später hätten zahlreiche Spurenexperten den Tatort untersucht. "Die Waffe ist definitiv verschwunden", sagte sein Polizeikollege Schmitt.

Wie die Opfer im Wagen der 30-Jährigen genau starben, sollte eine Obduktion klären. Wann es erste Untersuchungsergebnisse geben wird, stand Schmitt zufolge am Abend noch nicht fest. Die Beamten erhoffen sich von der Obduktion auch Hinweise auf den Todeszeitpunkt. Nach Sauers Worten ist völlig offen, wie lange der 35-Jährige und die Frau, die in Schweinfurt lebten, schon leblos in dem Auto lagen. Bisher gebe es keine Hinweise darauf, dass die beiden von ihren Angehörigen vermisst gemeldet worden waren.

Als der Soldat die Leichen fand, war der Schotterparkplatz nahe der Schweinfurter Eislaufhalle bis auf das Auto der Opfer leer. Am Mittag hatten die Ermittler den silberfarbenen Wagen dann bereits zur Untersuchung weggebracht, zurück blieb nur eine etwa 50 mal 50 Zentimeter große Blutlache. Der Parkplatz wurde abgesperrt, Polizeihunde über das Gelände geführt.

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