Ärzte Zeitung online, 13.08.2009

Richter schickt gähnenden Zuhörer hinter Gitter

WASHINGTON (dpa). Auch Zuhörer sind im Gerichtssaal nicht vor Strafe sicher - das hat jetzt ein Amerikaner am eigenen Leib erfahren. Nach Medienberichten wurde Clifton Williams von einem Richter in Joliet (US-Staat Illinois) zu sechs Monaten Haft verurteilt, nachdem er während eines Prozesses laut gegähnt hatte.

Der 33-Jährige hatte einem Verfahren gegen seinen Cousin beigewohnt, der sich wegen eines Drogendeliktes verantworten musste. Bei der Urteilsverkündung habe sich Williams ausgestreckt und gegähnt, berichtete die Zeitung "Chicago Tribune".

Dass ihm der Richter dafür eine Strafe aufbrummte, hatte Williams nicht erwartet. "Gähnen ist doch eine unwillkürliche Handlung", sagte er dem Blatt. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft sah das anders: "Das war nicht nur ein einfaches Gähnen - es war ein lauter und ungestümer Versuch, das Verfahren zu unterbrechen."

Williams soll an diesem Donnerstag erneut vor den Richter treten. Dann hat er 21 Tage abgesessen und könnte vorzeitig entlassen werden, falls er sich offiziell entschuldigt - und dabei nicht erneut gähnt.

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