Ärzte Zeitung online, 19.08.2009

Gesundheits-Hotline für junge Türken

BERLIN (dpa). Die Gesundheitsvorsorge bei türkischen Kindern liegt oft im Argen. Dem will nun ein neuer Service abhelfen, den die Migrationsbeauftragte der Bundesregierung, Maria Böhmer (CDU), am Mittwoch in Berlin vorstellte. Unter der Nummer 0180-2-28 23 23 erhalten Anrufer umfassende Informationen zu frühkindlichen und kindlichen Präventionsprogrammen.

Die Auskünfte geben Ärzte und Gesundheitsexperten mit türkischem Hintergrund in türkischer Sprache. Der Anruf kostet 6 Cent aus dem Festnetz. Entwickelt haben das Projekt die Türkisch-Deutsche Gesundheitsstiftung in Gießen, der medizinische Dienstleister Medicus in Ludwigshafen und der Krankenversicherer City BKK. Diagnosen zu Krankheiten können am Telefon aber nicht gegeben werden.

Bei Kindern und Jugendlichen aus Zuwandererfamilien sei die Gesundheitsprävention deutlich schlechter als bei gleichaltrigen Deutschen, betonte Böhmer. Ein Hemmschuh seien häufig schlechte Sprachkenntnisse. Nach einer Untersuchung des Robert-Koch-Instituts nehmen nur 68,5 Prozent der Kinder mit türkischen Eltern an allen Vorsorgeuntersuchungen teil. Bei den anderen Kindern sind es 86,5 Prozent. Vor allem Kinder, die nach der Geburt nach Deutschland kommen, seien deutlich schlechter durchgeimpft.

Sollte sich das Programm bewähren, kann sich Böhmer entsprechende Informationen auch in anderen Sprachen vorstellen. In Deutschland leben 2,5 Millionen Menschen mit türkischen Wurzeln, davon sind 1,7 Millionen türkische Staatsangehörige.

Weitere Informationen auf www.alosaglik.de

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