Ärzte Zeitung online, 20.08.2009

Großer Besucherandrang bei Gamescom - Jugendschutz als Schwerpunkt

KÖLN (dpa). Unter großem Andrang hat am Donnerstag der erste Besuchertag der Computerspielemesse Gamescom in Köln begonnen. An einigen Ständen mit besonders begehrten Spielen bildeten sich lange Schlangen mit bis zu zwei Stunden Wartezeit. Insgesamt stehen in den Hallen rund 10 000 Spielstationen zum "Daddeln" bereit.

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Großer Besucherandrang bei der Computerspielemesse Gamescom.

Foto: dpa - Bildfunk

Neben dem Spielerlebnis war der Jugendschutz am Donnerstag einer der Schwerpunkte. Bei einem Fachkongress forderten Experten mehr Sachlichkeit in der Diskussion um Nutzen und Schaden von Computerspielen. Die öffentliche Debatte werde oft zu aufgeregt geführt, kritisierte der Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung, Thomas Krüger.

"Mit der Entwicklung von Computerspielen ist ein kultureller Wandel einhergegangen, der sich auch in Generationskonflikten niederschlägt", meinte Krüger. Die Frage, ob es sich bei Computerspielen um eine eher schädliche oder konstruktive Form von Medienkonsum handele, könne nicht einseitig beantwortet werden. "Dieser kulturellen Auseinandersetzung muss man sich stellen." Allerdings müsse vor allem Eltern mehr Wissen über die Spielewelt ihrer Kinder vermittelt werden. "Es gilt, Angebote zu machen, die die aufgeregte Diskussion auf eine rationale Ebene ziehen", sagte Krüger.

Der nordrhein-westfälische Medienminister Andreas Krautscheid (CDU) kritisierte, auch Politiker würden - vor allem nach schrecklichen Geschehnissen wie dem Amoklauf von Winnenden - oft geradezu reflexartig Computerspiele verurteilen.

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Foto: dpa - Bildfunk

Natürlich sei die Diskussion über die Gefahren der Spiele wichtig. Sie müsse aber differenziert geführt werden. Drei Viertel der Spiele unterlägen in Deutschland nicht der Altersbeschränkung von 18 Jahren und seien somit unproblematisch. "Diese Spiele dürften nicht mit den anderen in einen Topf geworfen werden", sagte Krautscheid.

Die deutschen Hersteller hätten in den vergangenen Jahren erkannt, dass Jugendschutz auch für sie eine wichtige Aufgabe ist, vor allem in Hinblick auf neue Zielgruppen wie Familien und sonstige Gelegenheitsspieler. "Die Branche nimmt das Thema ernst", meinte Krautscheid. Im Vergleich zu anderen Ländern habe Deutschland mit der freiwilligen Selbstkontrolle USK strenge Regeln. Wichtig sei es, sich auch auf internationale Standards zu einigen. "Klar ist aber: Wir können uns international nicht auf dem niedrigsten Level treffen", betonte Krautscheid.

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