Ärzte Zeitung online, 08.09.2009

Studie: Vor einem Amoklauf am Arbeitsplatz gibt es Warnsignale

DARMSTADT (dpa). Vor einem Amoklauf am Arbeitsplatz gibt es einer Studie der Technischen Hochschule Darmstadt zufolge fast immer Warnsignale. In der Mehrzahl der Fälle habe der Täter im Vorfeld darüber gesprochen, sagte der Leiter der Studie, der Kriminalpsychologe Dr. Jens Hoffmann, am Montag. "Einer hat sogar genau gesagt, was er vorhat."

Für die laut Angaben erste deutsche Studie zu schwerer Gewalt am Arbeitsplatz untersuchte der 40-Jährige 20 Fälle aus den Jahren 2000 bis 2006. Sein Rat an alle Vorgesetzen und Kollegen: "Nicht versuchen, die Situation allein zu regeln." Hilfe gebe es etwa bei der Polizei.

Manche Täter nähmen vorher Abschied, andere machten ihr Testament oder verschenkten Wertgegenstände. "Die Biografien sind oft vom Scheitern geprägt", sagte Hoffmann. Fast alle untersuchten Fälle seien geplant gewesen.

Allgemein gelte: "Diese Leute sind lauter, lärmender als etwa Amokläufer an den Schulen. Die sind eher in sich gekehrt." Amokläufer fühlten sich oft ungerecht behandelt. Sie attackierten Personen, die entscheidend in ihr Leben eingreifen könnten, wie Vorgesetzte, Richter oder Behördenmitarbeiter. Ein Motiv sei, sich einmal "mächtig zu fühlen".

Weitere Infos zur Studie der TU Darmstadt

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