Ärzte Zeitung online, 15.09.2009

Ukraine verbietet Elton John Adoption

KIEW/MOSKAU (dpa). Der britische Popstar Sir Elton John (62) darf wegen seiner Homosexualität den mit HIV infizierten ukrainischen Waisenjungen Lew nicht adoptieren. Nach ukrainischen Gesetzen sollten Adoptiveltern verheiratet sein, teilte das Familienministerium in Kiew nach Angaben der Agentur Itar-Tass am Montag mit. Elton John aber lebe mit seinem Partner David Furnish (46) in einer Homo-Ehe, die in der Ukraine nicht anerkannt ist, hieß es.

Homosexualität wird von der einflussreichen orthodoxen Kirche als unnatürlich angesehen. Elton John engagiert sich seit Jahren für die Aufklärung über die Immunschwäche Aids in der Ex-Sowjetrepublik.

Der Popstar und sein Partner Furnish hatten am Wochenende ein Waisenhaus in der Stadt Makejewka in der Nähe von Donezk im Südosten der Ukraine besucht. Elton John küsste den 14 Monate alten Lew und sagte, der Junge sei ihm sofort ans Herz gewachsen. In dem Heim leben Kinder, deren Eltern an Aids gestorben sind. Der Sänger hatte bereits selbst über juristische Hindernisse gesprochen, allerdings die Hoffnung geäußert, dass Furnish als kanadischer Staatsbürger es leichter haben könnte.

Den Kontakt zu dem Heim vermittelte die reiche Ukrainerin Jelena Frantschuk, Tochter des früheren Präsidenten Leonid Kutschma. Die 38-Jährige, die im Londoner Stadtteil Kensington eine der teuersten Villen bewohnt und mit dem ukrainischen Milliardär und Metallbaron Viktor Pintschuk verheiratet ist, leitet in Kiew die Aids-Stiftung "AntiSPID". Frantschuk und John gelten als Freunde. 2007 hatte Elton John mit einem Wohltätigkeitskonzert in Kiew vor rund 200 000 Menschen auf Aids aufmerksam gemacht und um Toleranz geworben. Damals kam es zu Übergriffen orthodoxer Christen, die Elton John homosexuelle Propaganda vorgeworfen hatten. Schätzungen zufolge sind in dem Land 400 000 Menschen HIV-positiv.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Zahl der Behandlungsfehler stagniert

Die neue Statistik der Bundesärztekammer liegt vor. Sie zeigt, wo die meisten Behandlungsfehler passierten und wie die Schlichterstelle meistens entschied. mehr »

Abstimmung über Trumps Gesundheitsreform verschoben

Die Republikaner haben nicht genügend Stimmen für die Abschaffung von "Obamacare" zusammen, verschieben die Abstimmung im Kongress. Trump muss warten - das kann ihm nicht schmecken. Aber das Weiße Haus macht Druck. mehr »

Regelmäßiges Frühstück ist offenbar gut fürs Herz

Wer regelmäßig frühstückt, beugt damit offenbar kardiovaskulären Erkrankungen vor, berichtet die American Heart Association (AHA). mehr »