Ärzte Zeitung, 06.10.2009

Interesse an Drogen geht bei Jugendlichen zurück

Eine Frankfurter Studie liefert seit 2002 detaillierte Erkenntnisse über den Drogenkonsum von jungen Menschen.

FRANKFURT/MAIN (Smi). Der Trend zum Drogenkonsum unter Jugendlichen ist insgesamt rückläufig. Auch das Einstiegsalter bei Tabak, Cannabis und Alkohol ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen. Das sind Ergebnisse der aktuellen Frankfurter Drogentrendstudie. Seit 2002 ermittelt das Centre of Drug Research der Universität Frankfurt das Rauschgiftkonsumverhalten von Jugendlichen. Regelmäßig befragt werden etwa 1500 Frankfurter Schüler aller Schultypen im Alter von 15 bis 18 Jahren.

24 Prozent aller jungen Frankfurter Schüler zwischen 15 und 18 Jahren rauchen täglich. Damit ist diese Quote seit 2002 (36 Prozent) um ein Drittel zurückgegangen. Ähnlich sieht es beim häufigen Konsum von Zigaretten aus. Nur noch 16 Prozent der Befragten rauchen mehr als fünf Glimmstängel täglich. Das Einstiegsalter ist seit 2002 leicht auf heute 13,1 Jahre gestiegen. Jungen rauchen wieder signifikant häufiger als Mädchen. Die unter Jugendlichen am weitesten verbreitete illegale Droge ist wie in den Vorjahren auch Cannabis. Jeder dritte Frankfurter Schüler zwischen 15 und 18 Jahren gab bei der Befragung an, mindestens einmal in seinem Leben Haschisch oder Marihuana geraucht zu haben, 24 Prozent auch in den vergangenen zwölf Monaten und 13 Prozent in den letzten 30 Tagen vor der Erhebung. Allerdings geht der Cannabis-Konsum seit 2002 kontinuierlich zurück.

Die Modedroge "Spice", die Ende 2008 für bundesweites Aufsehen sorgte, spielt heute nur noch eine untergeordnete Rolle. Das als pflanzliche Räuchermischung getarnte Cannabis-Derivat ist seit Anfang 2009 verboten. Bei der Befragung unter Frankfurter Schülern gaben sechs Prozent der 15- bis 18-Jährigen an, "Spice" mindestens einmal in ihrem Leben konsumiert zu haben und nur drei Prozent in den vergangenen 30 Tagen. Dagegen steigt der Konsum von harten Drogen unter Jugendlichen seit 2004 leicht an. Zwölf Prozent der 15- bis 18-jährigen Frankfurter Schüler verfügen über Erfahrungen mit mindestens einer illegalen Droge außer Cannabis. Dazu zählen Amphetamine (Speed), Kokain, Ecstasy, psychoaktive Pilze (Halluzinogene), Crack und Heroin. Sechs Prozent der Jugendlichen haben im zurückliegenden Jahr eine dieser Substanzen konsumiert, vier Prozent im vergangenen Monat.

Kokain scheint bei Jugendlichen allerdings beliebter zu werden, sechs Prozent der Befragten gaben an, diese Droge zumindest schon einmal probiert zu haben, so viele wie seit 2002 nicht.

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