Ärzte Zeitung online, 24.09.2009

Proteste gegen Hotelbau an Gedenkstätte Babi Jar

MOSKAU/KIEW (dpa). In der Ukraine ist ein heftiger Streit um ein geplantes Hotel nahe der Holocaust-Gedenkstätte Babi Jar bei Kiew für die Fußball-Europameisterschaft 2012 entbrannt. Der Dachverband der Jüdischen Gemeinschaften in der Ex-Sowjetrepublik drohe mit öffentlichen Protesten gegen das Vorhaben, berichtete die ukrainische Zeitung "Segodnja" (Donnerstag).

Das Kommunalparlament der Hauptstadt hatte vor kurzem 28 neue Unterkünfte für die EM genehmigt. Darunter ist ein Bauplatz bei der Schlucht Babi Jar, in der ein SS-Kommando im September 1941 insgesamt 33 770 Juden ermordete. Ein Mitarbeiter des Kommunalparlaments kündigte angesichts der Proteste an, den Plan "zu überdenken". Die Ukraine trägt die EURO 2012 gemeinsam mit Polen aus.

Der Tourismusverband in Kiew äußerte Zweifel an der gesamten Rechtmäßigkeit der Entscheidung des Kommunalparlaments. "Das Haus in Babi Jar ist jenseits jeder Moral", sagte ein Sprecher. Ein Funktionär der Jüdischen Gemeinschaften kündigte Gespräche mit der Stadtverwaltung an. "Dort sitzen vernünftige Leute, die eine solche Willkür bestimmt nicht zulassen." Der Beschluss des Kommunalparlaments ist eine Reaktion auf Forderungen der Europäischen Fußball-Union (UEFA), die Infrastruktur für die EM zu verbessern. Dazu sollen in der Ukraine neue Hotels, Straßen und Sportstadien gebaut werden. Wegen des Mangels an Unterkünften sollen ausländische Fußballfans unter anderem in Militärkasernen untergebracht werden.

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