Ärzte Zeitung online, 25.09.2009

Experten sehen Ampel-Kennzeichnung kritisch

BERLIN/BONN (dpa). Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) hält die Ampel-Kennzeichnung potenzieller Dickmacher nicht für sinnvoll. "Zu große Spannen im Nährwertgehalt, die für die Farbgebung zugrunde gelegt werden müssten, machen eine Vergleichbarkeit von Lebensmitteln fast unmöglich", teilte die DGE am Freitag mit.

Exakte Zahlenwerte oder Bezugsgrößen für eine trennscharfe Bewertung von Lebensmitteln könnten nicht wissenschaftlich korrekt abgeleitet werden.

Verbraucherschützer werben für die Angabe von Fett, Salz, Zucker und gesättigte Fettsäuren in rot, gelb und grün je nach hohem, mittlerem oder niedrigem Gehalt. Die Lebensmittelwirtschaft lehnt dies ab.

Die Mehrzahl der Hersteller gibt derzeit den Gehalt von Fett, Zucker, Salz und Kalorien als Anteil der täglichen Menge an. Auf EU-Ebene wird derzeit eine verbesserte Lebensmittelkennzeichnung vorbereitet, eine Ampel ist nicht geplant.

Topics
Schlagworte
Panorama (30670)
Ernährung (3373)
Organisationen
DGE (Ernährung) (77)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Werden europäische Männer immer unfruchtbarer?

Männern haben immer weniger Spermien. Direkte Rückschlüsse auf Fruchtbarkeit erlaubt das nicht – es könnte aber nur die Spitze eines Eisbergs gesundheitlicher Probleme sein. mehr »

Psychotherapie soll künftig Unifach werden

Ein einheitliches Berufsbild, Studium an der Uni. Die Psychotherapeutenausbildung steht vor umwälzenden Veränderungen. Kritiker vermissen beim Entwurf aber Konkretes zum Thema Weiterbildung. mehr »

Ist die menschliche Entwicklung am Ende?

Über Hunderttausende von Jahren ist der Mensch zu dem geworden, was er heute ist. Und nun? Ein Grimme-Preisträger fragt sich, ob Unsterblichkeit erstrebenswert ist und wohin uns die Evolution führen wird - oder kann der Mensch sie austricksen? mehr »