Ärzte Zeitung online, 01.10.2009

Studie: Bereits Berufsanfängerinnen beim Verdienst benachteiligt

BERLIN (dpa). Frauen sind trotz steigender Qualifikation beim Einstieg ins Berufsleben weiterhin schlechter gestellt als Männer. Ihr Einkommensrückstand liegt in den ersten drei Berufsjahren bei 18,7 Prozent. Zu diesem Ergebnis kommt eine am Donnerstag in Berlin vorgestellte Untersuchung des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) in der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung.

Im ersten Jahr verdienen Berufsanfängerinnen danach im Durchschnitt 2197 Euro, Männer jedoch 2677 Euro, sagte Projektleiter Reinhard Bispinck. Für die Studie im Auftrag des Familienministeriums wurden die Verdienste von 16 000 Berufsanfängern ausgewertet.

Generell bekommen Frauen in Deutschland im Durchschnitt 23 Prozent weniger als Männer. Bei gleicher Ausbildung, gleichem Alter und gleichem Beruf liegt das Minus immer noch bei 12 Prozent.

Bei näherer Betrachtung hat sich nach den Worten Bispincks herausgestellt, dass sich etwa 40 Prozent der Lohnkluft weder mit unterschiedlicher Qualifikation noch mit frauen- oder männerspezifischer Berufswahl erklären lassen. Vielmehr zeige sich darin "das Fortbestehen geschlechtsspezifischer Lohndiskriminierung".

Laut Studie wächst der Lohnabstand mit zunehmenden Berufsjahren: Frauen mit 4 bis 10 Jahren im Beruf liegen beim Verdienst 21,8 Prozent hinter ihren männlichen Kollegen. Im Westen fällt die Kluft höher aus als im Osten. Dort schrumpft sie - anders als im Westen - sogar mit wachsender Zahl der Berufsjahre.

Die größte Einkommenskluft wurde mit 21,2 Prozent im Kredit- und Versicherungsgewerbe ermittelt, die geringste - mit 4,9 Prozent - in der Energie- und Wassersparte. Dabei stellte sich heraus: Der absolute Einkommensrückstand weiblicher Berufsanfänger liegt umso höher, je größer der Betrieb ist. Relativ bleibt die Kluft aber weitgehend gleich.

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