Ärzte Zeitung online, 02.10.2009

Brasilianisches Gesetz gegen Hunger ausgezeichnet

HAMBURG (dpa). Der Weltzukunftsrat (World Future Council/WFC) hat am Donnerstag in Hamburg ein brasilianisches Gesetz gegen Hunger in der Millionenstadt Belo Horizonte ausgezeichnet. Damit sei das Menschenrecht auf Nahrung auch umgesetzt und die Kindersterblichkeit in der Stadt innerhalb von zehn Jahren um 60 Prozent gesenkt worden, hießt es in der Begründung des WFC.

Viele Menschen könnten nun "unter den richtigen Rahmenbedingungen das Richtige" tun, sagte WFC-Gründer Jakob von Uexküll bei der Verleihung des Future Policy Award 2009 im Hamburger Rathaus.

Mit dem Preis werden erstmals auf internationaler Ebene Gesetze auszeichnet. Mit dem Gesetz zur Abschaffung des Hungers wurden auf kommunaler Ebene unter anderem kostenlose Schulessen und subventionierte Restaurants eingeführt. Auch gibt es kontrollierte Preise für die wichtigsten Grundnahrungsmittel und eine Förderung der heimischen Lebensmittelproduktion. Das Programm koste weniger als zehn Millionen Dollar pro Jahr, etwa zwei Prozent des Haushalts der Stadt, betonte der WFC.

Der brasilianische Minister für soziale Entwicklung, Patrus Ananias, nahm die Auszeichnung entgegen. Er hatte das Gesetz als Bürgermeister von Belo Horizonte 1993 auf den Weg gebracht. Ananias bekräftigte das Ziel der brasilianischen Regierung, den Hunger bis 2015 komplett abzuschaffen: "Spätestens seit man weiß, welche Ressourcen den Regierungen zur Bewältigung der Finanzkrise zur Verfügung standen, ist es offensichtlich, dass die Beendigung des Hungers nicht an fehlenden Ressourcen, sondern an fehlendem politischen Willen scheitert", sagte er.

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