Ärzte Zeitung online, 15.10.2009

Forscher: Arktis in zehn Jahren im Sommer fast eisfrei

LONDON (dpa). Das Eis in der Arktis schmilzt schneller als bislang angenommen. Das könnte der Region in zehn Jahren erstmals einen nahezu eisfreien Sommer bescheren. Bis zum Jahr 2030 könnte dann das Packeis im Sommer komplett abgeschmolzen sein, berichteten Forscher der Universität Cambridge und die Umweltstiftung WWF in einer am Donnerstag veröffentlichten Studie.

Die Messung der Eisdicke habe Befürchtungen bestätigt, dass das Eis immer dünner werde. Die Forscher hatten auf einer Expedition im arktischen Winter und Frühling vom 1. März bis zum 7. Mai mehr als 6000 Daten auf ihrer rund 450 Kilometer langen Reise durch den nördlichen Teil der Beaufort-See gesammelt.

Normalerweise besteht das Packeis aus Schichten aus mehreren vorangegangenen Jahren, erklärte Professor Peter Wadhams von der Universität Cambridge. Die diesjährige Messung entlang einer 450 Kilometer langen Route über das Beaufort-Meer habe aber fast überall nur eine Schicht ergeben. Zudem sei das Eis mit nur 1,8 Metern nicht dick genug, um die Schmelze der kommenden Sommer zu überstehen.

In diesem Jahr war das Arktis-Eis auf seine drittkleinste Fläche seit Beginn der Messungen 1979 geschrumpft. Am 12. September seien als Minimum via Satellit nur noch 5,1 Millionen Quadratkilometer gemessen worden, hatte das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI) in Bremerhaven Mitte September berichtet. Nur in den vergangenen beiden Sommern besaß die Arktis noch weniger Eis. Der Wert dieses Jahres sei jedoch keineswegs eine Erholung, berichtete das US-Schnee- und Eis-Datenzentrum (NSIDC). Das Minimum liege immer noch fast ein Viertel (24 Prozent) unterhalb des Mittelwerts der Jahre 1979 bis 2000. Es sei zu Erwarten, dass sich das Schrumpfen der arktischen Sommereisdecke in den kommenden Jahren fortsetzen werde.

Topics
Schlagworte
Panorama (30514)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Hypertonie in jungen Jahren erhöht Risiko für den Nachwuchs

Das Alter, in dem sich ein Bluthochdruck manifestiert, beeinflusst nicht nur die persönliche Prognose eines Patienten, sondern wohl auch das Erkrankungsrisiko seiner Kinder. mehr »

Medienanamese künftig Bestandteil der U-Untersuchungen?

Schon bei Babys und Kleinkindern machen sich die Folgen übermäßigen Medienkonsums bemerkbar. Das geht aus der neuen BLIKK-Studie hervor. Pädiater reagieren besorgt. mehr »

Deutsche überschätzen Ebola-Gefahr und unterschätzen Masern

Im Mittelpunkt medialer Berichterstattung stehen meist große globale Bedrohungen wie Ebola und Zika. Doch Experten haben ganz andere übertragbare Erkrankungen im Visier. mehr »