Ärzte Zeitung online, 20.10.2009

Bremer Affenversuche dürfen vorerst weitergehen

BREMEN (dpa). Die umstrittenen Versuche mit Affen an der Universität Bremen dürfen vorerst weitergehen. Das entschied das Verwaltungsgericht am Montag in einem Eilverfahren. Die Gesundheitsbehörde hatte den Experimenten an Makaken-Affen im August erneut eine Absage erteilt.

Dagegen reichte die Hochschule Klage ein. Bis ein Beschluss in dem Verfahren vorliegt, dürfen die Wissenschaftler um den Neurobiologen Professor Andreas Kreiter ihre Arbeit fortsetzen. Zu einer mündlichen Verhandlung wird es nach Angaben des Gerichts voraussichtlich erst im ersten Quartal 2010 kommen.

Die Auseinandersetzung stößt bundesweit auf Interesse. Es geht um die Frage, welches Recht Vorrang hat: das Grundrecht auf Forschungsfreiheit oder der im Grundgesetz als Staatsziel verankerte Tierschutz. Für die Gesundheitsbehörde sind die Tierversuche ethisch nicht vertretbar. Die Hochschule sieht sie für die Erforschung des Gehirns als unerlässlich an und will, wenn nötig, bis vor das Bundesverfassungsgericht ziehen.

Der Fall werfe schwierige Rechtsfragen auf, die noch nicht beantwortet werden konnten, erklärte das Verwaltungsgericht. Nach Ansicht der Kammer sei entscheidend, dass eine Unterbrechung der Versuche zu einem irreparablen Schaden der vom Institut für Hirnforschung betriebenen Grundlagenforschung führe, teilte das Gericht mit.

Tierschützer kritisieren die Tests als Quälerei. Die Gesundheitsbehörde hatte 2008 entschieden, die 1998 erstmals erteilte Genehmigung für die Versuche nicht zu verlängern. Dagegen legte die Universität Widerspruch ein, dem die Behörde aber nicht stattgab.

Lesen Sie dazu auch:
Weiter Streit um Experimente mit Makaken an der Uni Bremen

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

So viel jünger und attraktiver macht Facelifting

Wer sein Gesicht straffen lässt, will in der Regel jünger und dynamischer aussehen. Das scheint tatsächlich zu klappen. mehr »

Niedrig dosiert starten und langsam erhöhen!

Die neue Gesetzeslage zur Verordnung von Cannabis auf Kassenkosten ist beim Schmerz- und Palliativtag begrüßt worden. Ärzte mit Erfahrung mit Cannabinoiden loben vor allem den Erhalt der Therapiefreiheit. mehr »

Obamacare bleibt!

Blamage für US-Präsident Donald Trump: In letzter Minute zogen die Republikaner die Abstimmung über die geplante Gesundheitsreform zurück. Gerade auch, weil die Zustimmung aus den eigenen Reihen fehlte. mehr »