Ärzte Zeitung online, 22.10.2009

Bundesinstitut: Knicklichter sind nichts für kleine Kinder!

BERLIN (eb). Eltern sollten Knicklichter außerhalb der Reichweite von Kleinkindern aufbewahren. Darauf weist das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hin. Knicklichter, auch Leuchtstäbe genannt, enthalten chemische Leuchtmittel. Sie sind zunehmend auf Kindergeburtstagen, Partys und Konzerten und Jahrmärkten beliebt.

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Foto: puje ©www.fotolia.de

Knicklichter bestehen aus einem flexiblen Kunststoffstab, der zwei Kammern mit verschiedenen chemischen Flüssigkeiten enthält. Wird der Stab geknickt, verbinden sich die Flüssigkeiten aus den beiden Kammern. Die chemische Reaktion bewirkt, dass der Stab leuchtet. Je nach Zusammensetzung der Flüssigkeiten leuchtet das Knicklicht in verschiedenen Farben und für eine bestimmte Zeit.

Seit 2005 beobachtet der Giftnotruf Berlin einen Anstieg der Unfälle von Kleinkindern mit Knicklichtern. Im Jahr 2005 wurden 105 Anfragen dazu registriert, 2008 waren es bereits 393. Darüber hat der Giftnotruf das BfR informiert.

Kinder nehmen die Knicklichter mitunter in den Mund. Wenn sie darauf beißen, kann die darin enthaltene Flüssigkeit austreten, die offenbar brennt und die Mundschleimhaut reizt. Die Beschwerden sind vorübergehend, doch BfR-Präsident Professor Andreas Hensel rät zur Vorsicht: "Da die Hersteller in der Regel unbekannt sind und auf den Verpackungen keine Angaben über die Inhaltsstoffe machen, liegen uns keine genauen Informationen zur Zusammensetzung der Flüssigkeiten in den Knicklichtern vor."

Die gesundheitlichen Risiken lassen sich nur schwer einschätzen, weil es oft keine Informationen zur genauen Zusammensetzung der Produkte gibt. Sie werden zumeist lose auf Konzerten, Jahrmärkten, in Diskotheken, bei anderen Veranstaltungen und über den Internetversandhandel verkauft.

Da dem BfR keine Informationen zur genauen Zusammensetzung der Leuchtflüssigkeiten vorliegen, weist das Institut vorsorglich darauf hin, Knicklichter und Leuchtstäbe nicht in der Reichweite von Kleinkindern aufzubewahren.

Sollten Knicklichter versehentlich intakt verschluckt werden, besteht nach Angaben des BfR kein Grund zur Sorge: Knicklichter werden während der Verdauung nicht zerstört und somit wieder ausgeschieden.

Zur kompletten Mitteilung des BfR zu Knicklichtern

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