Ärzte Zeitung online, 04.11.2009

Im Urwald verlaufen: Affenforscherin kündigt Schmerzensgeldklage an

FRIEDRICHSHAFEN (dpa). Nach der Rückforderung der Kosten für eine Suchaktion nach der Affenforscherin Esther Carlitz hat die junge Frau eine Schmerzensgeldklage gegen die Max-Planck-Gesellschaft (MPG) angekündigt. Carlitz hatte im Mai 2008 als Praktikantin der MPG Bonobo-Affen erforscht und war tagelang im kongolesischen Dschungel verschwunden gewesen.

Die MPG fordert nun die Kosten für die Suche in Höhe von rund 66 000 Euro ein. Die Anwältin der Biologin, Nuria Schaub, bestreitet allerdings die Darstellung der Max-Planck-Gesellschaft, wonach sich Carlitz selbstverschuldet verlaufen habe.

Die Anwältin machte am Dienstag in Friedrichshafen vielmehr die mangelnde Organisation und fehlende Sicherheitsanweisungen im Camp verantwortlich. "Es war nur eine Frage der Zeit, bis ein so gravierender Fall auftritt." Der Campleiter habe die junge Frau nicht darüber belehrt, dass man sich als Anfänger nicht alleine im Dschungel aufhält. Er habe die heute 24-Jährige lediglich angewiesen, Karte und Kompass mit sich zu führen; weder ein Satellitentelefon noch ein GPS-Gerät hätten ihr zur Verfügung gestanden. Die Kosten will Carlitz auch deshalb nicht übernehmen, weil sie sich selbst gerettet habe und die von der MPG unternommenen Versuche ungeeignet gewesen seien.

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