Ärzte Zeitung, 10.11.2009

Notfallmedizin in der Schule könnte viele Menschen retten

Von Dirk Schnack

Eine Studie zeigt, dass schon 13-Jährige die erlernten Maßnahmen korrekt anwenden können.

ROSTOCK. "Würden Wiederbelebungsmaßnahmen fest im Lehrplan des schulischen Unterrichts integriert, so könnten pro Jahr über 5000 Menschen zusätzlich gerettet werden. Dies entspricht der Zahl aller jährlichen Straßenverkehrstoten in Deutschland", sagte Dr. Gernot Rücker. Der Leiter der Forschungsgruppe Notfallmedizin an der Universität Rostock plädiert deshalb für eine feste Verankerung praktischer Übungen zur Wiederbelebung im Unterricht.

Für eine Studie hatte die Gruppe 1022 Schüler aller Altersgruppen einem Praxistest unterzogen. Dabei stellte sich heraus, dass es 99 Prozent der Siebtklässler gelang, unter Anleitung und Anwendung der korrekten Technik alle Wiederbelebungsmaßnahmen korrekt durchzuführen. Die Wissenschaftler gehen deshalb davon aus, dass schon 13-Jährige in der Lage sind, Maßnahmen der Wiederbelebung theoretisch und praktisch zu erlernen.

Da inzwischen über 90 Prozent der Zwölf- bis 19-Jährigen Schüler ein Mobiltelefon besitzen, wären sie technisch dazu in der Lage, auch einen Notruf abzusetzen.

Allerdings zeigte sich bei einer Umfrage der Forscher an der Rostocker Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie und Intensivtherapie unter mehr als 10 000 Schülern aller Bundesländer und Schultypen, dass jedem fünften Schüler in Deutschland die Notrufnummer 112 nicht bekannt ist.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

So schädlich fürs Herz wie Cholesterin

Depressionen steigern bei Männern das Risiko fürs Herz ähnlich stark wie hohe Cholesterinwerte oder Fettleibigkeit. Das ergab eine aktuelle Analyse der KORA-Studie. mehr »

Den Berg im eigenen Tempo erklimmen

Medizinstudentin Solveig Mosthaf fühlt sich im Studium manchmal, als würde sie einen steilen Berg hinauf kraxeln. Sie wünscht sich mehr Planungsfreiheit – und die Möglichkeit, eigene Wege zu gehen. mehr »

Positive HPV-Serologie bringt bessere Prognose

Bei Patienten mit Kopf-Hals-Tumor ist eine positive HPV-16-Serologie mit einem verbesserten Überleben assoziiert. Das bestätigt jetzt eine US-Studie. Demnach liegt die Wahrscheinlichkeit für ein Fünf-Jahres-Überleben sogar 67 Prozent höher. mehr »