Ärzte Zeitung online, 12.11.2009

Selbstmord-Website sorgt in Holland für Aufsehen

AMSTERDAM (dpa). Eine Website mit konkreten Hinweisen für "stille" Selbsttötungen mit Medikamenten sorgt seit Donnerstag in Holland für Aufsehen. Mit dem umstrittenen Online-Ratgeber will die Niederländische Vereinigung für Freitod (NVVE) nach eigenen Angaben dazu beitragen, dass lebensmüde Menschen "sich nicht mehr vor den Zug werfen, aufhängen oder durch ähnlich grausame Methoden" umbringen.

"Jeder hat das Recht, würdig sterben zu können", sagte NVVE-Direktorin Petra de Jong der Zeitung "de Volkskrant". Grausame Arten der Selbsttötung seien nicht nur für die Menschen furchtbar, die aus dem Leben scheiden, sondern auch für deren Angehörige. Derweil prüfen die Behörden, ob die Website möglicherweise gegen gesetzliche Regeln zur aktiven Sterbehilfe verstößt, die in den Niederlanden seit 2002 unter bestimmten Bedingungen zulässig ist.

Die NVVE betonte, dass die Website keine Instruktionen biete, die eine "spontane" Selbsttötung ermöglichen. So seien die meisten der beschriebenen Medikamente für tödliche Giftmischungen nur auf Rezept zu bekommen. Voraussetzung für den Zugang zu der Website sei eine Mitgliedschaft in der NVVE. Das Mindestalter sei 16 Jahre.

Kritiker wiesen jedoch darauf hin, dass der Zugang freigeschaltet werde, sobald jemand die geringe Jahresgebühr der NVVE online überwiesen habe. Erst kürzlich hatte die Menschenrechtskommission der Vereinten Nationen die Niederlande aufgerufen, ihre Gesetzgebung zur Sterbehilfe zu überdenken.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Hohes Sterberisiko bei Ausbruch in der Adoleszenz

Wenn sich Typ-1-Diabetes in einem besonders vulnerablen Alter manifestiert, brauchen Betroffene viel Aufmerksamkeit. Sie haben ein hohes Risiko, an Komplikationen zu sterben. mehr »

100 Prozent Zustimmung

Die KBV-Vertreterversammlung präsentiert sich in neuer Einigkeit und richtet die Speere – wieder – nach außen. Klare Kante gegenüber dem Gesetzgeber und den Krankenhäusern. "Wir sind auf Kurs", meldete KBV-Chef Gassen. mehr »

Herz-Kreislauf-Risiko von Anfang an im Blick behalten!

Bei RA-Patienten sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen die wichtigste Todesursache. Die aktuellen Therapiealgorithmen zielen nicht zuletzt darauf ab, die Steroidexposition zu begrenzen. mehr »