Ärzte Zeitung online, 13.11.2009

Plastinierte Leichen beim Sex bleiben verboten

KÖLN (dpa). Der umstrittene Plastinator Gunther von Hagens (64) darf in Köln weiter keine Leichen beim Sex zeigen. Das Verwaltungsgericht entschied in einem am Freitag bekanntgewordenen Urteil, dass die Darstellung "Schwebender Akt" verboten bleibt.

Es spreche Vieles dafür, dass diese Darstellung die Totenwürde verletze, entschied das Gericht. Das Ordnungsamt der Stadt Köln hatte die Ausstellung "Körperwelten" grundsätzlich erlaubt, die Darstellung eines Paares beim Geschlechtsverkehr aber verboten. Von Hagens hatte dagegen geklagt und sich auf die Wissenschaftsfreiheit berufen.

In zwei Nebenpunkten hatte er Erfolg: Das Gericht setzte das Alter, ab dem Jugendliche ohne Begleitung Erwachsener die Ausstellung besuchen dürfen, von 16 auf 14 Jahre herab. Außerdem wurde das generelle Verbot, Paare "in anderen sexuellen Posen" darzustellen, aufgehoben, weil diese Formulierung zu unbestimmt sei.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Medikamente auch einmal beherzt absetzen!

Viele Ärzte scheuen sich, Medikamente abzusetzen - obwohl sie wissen, dass dies Patienten oft hilft. Neuseeländische Wissenschaftler haben zwei paradoxe Gründe dafür gefunden. mehr »

Geht's auch etwas modischer in der Klinik?

Unsere Bloggerin Dr. Jessica Eismann-Schweimler hat Verständnis für die Klinik-Kleidungsvorschriften. Doch mit ein klein wenig Fantasie könnte man auch den unvermeidlichen Kasack hübscher gestalten, meint sie. mehr »

Sport im Alter schützt vielleicht vor Demenz

Dass Sport nicht Mord bedeutet, wissen Forscher schon lange. Jetzt haben Alters- und Sportwissenschaftler messen können, wie Sport das Gehirn im Alter verändert. Dient Fitness als Demenzprävention? mehr »