Ärzte Zeitung online, 13.11.2009

Druck auf studentische Hörsaal-Besetzer wächst

BERLIN (dpa). Der Druck der Universitäts-Leitungen auf die Besetzer von Hörsälen in rund 20 Städten wächst. Am Freitagmorgen gaben Studenten in Bielefeld auf und verließen den größten Hörsaal, bevor er von der Polizei geräumt werden konnte. Etwa 150 Besetzer der Universität Duisburg-Essen kündigten an, es auf die Räumung des größten Hörsaals ankommen zu lassen.

Der Rektor hatte die Studierenden dazu aufgefordert, den Raum bis zum Freitagabend zu verlassen. "Sollte die Polizei kommen, bleiben wir sitzen und lassen uns raustragen", sagte ein Sprecher der Studenten.

Bereits am Donnerstag hatten etwa 100 Beamte die einwöchige Besetzung an der Tübinger Universität beendet. Rhetorik-Professor Gerd Ueding kritisierte den Einsatz in einem offenen Brief an Rektor Bernd Engler scharf. Dieser habe mit der Räumung seine Hilflosigkeit eingestanden und die Solidarität mit den Studenten aufgekündigt.

In anderen Städten wie Berlin, Mainz oder Hamburg duldeten die Hochschul-Leitungen die Proteste bislang. Die Situation werde jeden Tag aufs Neue überprüft, teilte die Technische Universität Berlin mit. Hier hatten die Studenten am Donnerstag das Audimax besetzt und wollen ihre Aktion bis zu einem bundesweiten Protesttag am 17. November durchhalten. Die Studenten fordern unter anderem den Wegfall der Studiengebühren, mehr Geld und Professoren für die Hochschulen sowie eine Überarbeitung der Studiengänge.

"Ich verstehe durchaus die studentische Kritik", sagte der Präsident der Kultusministerkonferenz, Mecklenburg-Vorpommerns Ressortchef Henry Tesch (CDU), der "Berliner Zeitung". Die Länder hatten im Oktober einen Maßnahmenkatalog zur Verbesserung der Bachelor- und Masterstudiengänge vorgestellt. "Jetzt geht es an die zügige Umsetzung", sagte Tesch.

Auch die Präsidentin der Hochschulrektorenkonferenz, Margret Wintermantel, zeigte Verständnis für die protestierenden Studenten. "Es gibt unbestritten an etlichen Stellen Nachbesserungsbedarf bei der Studienreform", sagte sie in Bonn. Krawall mit direkten Angriffen auf Professoren sei aber nicht der richtige Weg.

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