Ärzte Zeitung, 25.11.2009

Mehr gearbeitet als bezahlt wird - Bundesverdienstkreuz

KÖLN (iss). Eine Würdigung der besonderen Art hat der Mönchengladbacher Hautarzt Dr. Bernd Kardoff erhalten: Er wurde mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet - neben dem ehrenamtlichen Engagement auch deshalb, weil Kardoff mehr Patienten versorgt, als es der gedeckelten Vergütung entsprechen würde.

"Er arbeitet in seiner Praxis nach seinem Leitgedanken ,Jedem hilfe- und ratsuchenden Patienten muss geholfen werden‘ ein Drittel der Zeit - wöchentlich 17 Stunden - unentgeltlich, da er aufgrund der kassenärztlichen Budgetierung insoweit keine Vergütung erhält", teilte die Stadt Mönchengladbach mit.

"Jetzt ist es amtlich: Die vertragsärztliche Tätigkeit ist ein Ehrenamt", kommentierte Dr. Heribert Hüren die Auszeichnung, Vorsitzender der Kreisstelle Mönchengladbach der Ärztekammer Nordrhein. Die Ärzteschaft insgesamt könne stolz sein, dass der Bundespräsident damit den Einsatz und das Engagement aller Kassenärzte würdige.Da die rheinischen Vertragsärzte im Durchschnitt ein Drittel ihrer Arbeitszeit ohne Honorar der ambulanten ärztlichen Versorgung widmeten, müssten eigentlich alle 16 000 das Bundesverdienstkreuz bekommen, sagte der Vorsitzende der KV Nordrhein Dr. Leonhard Hansen.

[26.11.2009, 23:36:36]
Rainer Pöhler  rainer@rpoehler.de
Bundesverdienstkreuz für den Retter der Krankenkassen
Der Mönchengladbacher Hautarzt Dr. Bernd Kardoff hat das Bundesverdienstkreuz erhalten. (Meldung der Ärztezeitung vom 25.11.2009).
Wofür?
Weil er wöchentlich 17 Stunden unentgeltlich, ohne die Behandlung mit den Krankenkassen abzurechnen, Patienten behandelt.

Dazu folgende Fragen:
1. Darf ein Arzt unentgeltlich bewusst Leistungen erbringen, die abrechnungspflichtig sind?

2. Darf die Auszeichnung mit dem Bundesverdienstkreuz als Aufforderung an alle anderen Ärzte verstanden werden, dem nachzueifern?

3. Wenn der Arzt in diesen 17 Stunden 34 Patienten behandelt, damit im Jahr ca 1200 Behandlungsfälle zu ca. 20 Euro, also 24.000 Euro für die Krankenversicherungen spart und alle 130.000 niedergelassenen Ärzte ihm folgen, kämen dabei tatsächlich 3.120.000.000 (3,1 Milliarden) Euro heraus?

4. Wer würde sich diese 3,1 Milliarden Euro einstecken?

5. Wenn ein Patient jeden Monat an seine Krankenversicherung seinen Beitrag entrichtet und wissentlich zu einem Arzt geht, der sich dafür nicht bezahlen lässt, was ist dass dann?

6. Wenn eine Krankenversicherung wissentlich einen Leistungserbringer mit dem Geld, das ihr von dem diese Leistung empfangenden Mitglied genau für diesen Fall anvertraut wurde, nicht bezahlt - was ist das dann? Gibt es dafür einen Paragraphen im Strafgesetzbuch?

7. Ist die Art und Weise, wie mit den Geldern der Krankenversicherten in Deutschland umgegangen wird, ein Fall für den Staatsanwalt?

8. Sind die Ärzte in Deutschland wirklich so zerstritten, blauäugig und gottgläubig, dass sie denken, das würde alles von alleine besser werden?

Rainer Pöhler
Praxismanager

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