Ärzte Zeitung online, 24.11.2009

Experten fürchten Bürgerkriege durch Klimawandel

NAIROBI/WASHINGTON (dpa). Amerikanische Wissenschaftler prophezeien Afrika eine düstere Zukunft - als Grund nennen sie den weltweiten Klimawandel. Der, so die Forscher, könnte zu mehr bewaffneten Konflikten und Bürgerkriege führen.

Diese Theorie stellen die Wissenschaftler in den "Proceedings" der US-Akademie der Wissenschaften (PNAS, online vorab, November 2009) vor. Zur Begründung verweisen sie auf Untersuchungen vergangener Konflikte. Dort habe man gehäuft kriegerischer Auseinandersetzungen in den Jahren festgestellt, in denen die Temperaturen überdurchschnittlich hoch waren.

Die Gründe liegen nahe: In Zeiten von Dürre und Wasserknappheit sind Konflikte um Wasser, Weideland und Ackerland wahrscheinlicher. Wird die herausragende Rolle der Landwirtschaft für die Wirtschaft der schwarzafrikanischen Länder berücksichtigt, drohen mit den Auswirkungen des Klimawandels auf die Landwirtschaft auch neue Konfliktherde.

Nach den Berechnungen des Agrarökonomen Marshall Burke von der Universität Berkeley und seiner Kollegen könnte die Zahl bewaffneter Konflikte angesichts des zu erwartenden Temperaturanstiegs bis zum Jahr 2030 in Afrika um rund 54 Prozent steigen. Weiter gedacht, könnte dies laut Burke dann bis zu 393 000 Kriegstote durch diese Konflikte geben.

Um neue blutige Kriege in Afrika zu vermeiden, schlagen die Wissenschaftler Maßnahmen zur Sicherung von Ernteerträgen, Versicherungen für Bauern bei Ernteausfällen und schnelle Reaktionen der reichen Länder auf die Folgen des Klimawandels vor.

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