Ärzte Zeitung online, 25.11.2009

Hamburg wird wärmer

HAMBURG (dpa). Der erste regionale wissenschaftliche Klimabericht in Deutschland sagt für Hamburg deutlich steigende Temperaturen voraus. Bis Mitte des Jahrhunderts rechnen Klimaforscher mit 0,75 bis 1,75 Grad mehr im Jahresdurchschnitt.

Bis zum Jahr 2100 könnte es sogar um 3,0 bis 4,7 Grad wärmer werden als heute, heißt es in einem am Mittwoch vorgestellten Bericht für die Metropolregion Hamburg. In den vergangenen 100 Jahren sei die durchschnittliche Temperatur um ein Grad gestiegen, sagte Professor Martin Claußen vom Max-Planck-Institut für Meteorologie. Die Stadtplanung müsse sich darauf einstellen.

Eine Anpassung sei auch wegen Veränderungen beim Niederschlag notwendig. So rechnen die Klimaforscher mit insgesamt etwas mehr Regen. Die Sommer werden der Erwartung zufolge trockener, im Winter könnte es dagegen um 15 bis 40 Prozent mehr Regen geben. Bei hohen Wasserständen der Elbe könnte es Probleme bei der Entwässerung geben, sagte Claußen. Obstbauern könnten sich zum Beispiel mit neuen Sorten für die Zukunft wappnen.

Für den Küstenschutz gaben die Wissenschaftler eine vorläufige Entwarnung. Zwar werde der Meeresspiegel steigen und Sturmfluten könnten höher auflaufen, bis 2030 jedoch noch nicht erheblich. Bis zum Ende des Jahrhunderts liegt die erwartete Spanne etwa bei 30 bis 110 Zentimeter für die Nordsee. Prof. Hans von Storch vom GKSS-Forschungszentrum Geesthacht sagte, wir müssten "nicht sofort zum Spaten greifen und losbuddeln", um die Deiche zu erhöhen.

Der Sinn des regionalen Klimaberichts liege darin, jetzt die Grundlagen für eine Vorausplanung zu legen, um Deiche und Flutschutzeinrichtungen rechtzeitig anzupassen. "Wir müssen den Prozess starten, um die Menschen mitzunehmen", sagte Storch. Der Bericht umfasst insgesamt 400 Seiten.

Internet: www.regionaler-klimabericht.de

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