Ärzte Zeitung online, 27.11.2009

Babyboom bei Lada: Schwangerschaft soll Arbeitsplatz sichern

MOSKAU (dpa). Auf eine drohende Massenentlassung bei Russlands größtem Autobauer Lada haben zahlreiche Arbeiterinnen des Unternehmens auf ihre Weise reagiert: Sie wurden schwanger. Eine Rekordzahl von mehr als 5000 Beschäftigten sei in den vergangenen Wochen in Mutterschaftsurlaub gegangen und damit unkündbar, sagte ein Sprecher der Gewerkschaft der Zeitung "Nesawissimaja Gaseta".

Die Zahl der Schwangeren sei viel höher als in der Vergangenheit und eindeutig auf den drohenden Arbeitsplatzverlust zurückzuführen. Der Konzern in der Wolga-Stadt Togliatti will wegen der Finanzkrise 27 000 seiner etwa 100 000 Stellen streichen.

Das Verhalten der Frauen sei "völlig normal", sagte die Sozialexpertin Natalia Subarewitsch. "So ist das eben: Bei Konjunktur arbeiten alle, und in Krisenzeiten werden Kinder geboren." Der Mutterschaftsurlaub habe auch Vorteile für das Unternehmen, da der Staat in dieser Zeit einen Teil des Gehalts zahle. Das Mitglied des parlamentarischen Sozialausschusses in Moskau, Oleg Schejin, zeigte sich skeptisch. Falls die Frauen nach der Geburt ihres Kindes ihre Arbeit verlören und sich in einer anderen Stadt eine Stelle suchen müssten, werde ein Umzug wegen des Kindes viel komplizierter, sagte Schejin der Zeitung.

Topics
Schlagworte
Panorama (30361)
Krankheiten
Schwangerschaftsprobleme (2360)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Resistente Keime bedrohen Fortschritte aus Jahrzehnten

Jeder vierte Todesfall durch Antibiotika-resistente Keime weltweit wird durch Tuberkulose (TB) bedingt. Um die Situation zu verbessern, reichen neue Arzneien aber nicht aus, betonen TB-Experten. mehr »

Regelmäßiges Frühstück ist offenbar gut fürs Herz

Wer regelmäßig frühstückt, beugt damit offenbar kardiovaskulären Erkrankungen vor, berichtet die American Heart Association (AHA). mehr »

Sperma-Check per Smartphone-App

Millionen von Paaren weltweit wollen ein Kind, doch es klappt nicht. Die Ursachen liegen in etwa der Hälfte der Fälle beim Mann. Ein einfacher Test könnte Männern künftig die Untersuchung ihres Spermas erleichtern. mehr »