Ärzte Zeitung online, 04.12.2009

Jungs sind schon als Kinder reicher als Mädchen

MÜNSTER (dpa). Das Einkommensgefälle zwischen Frauen und Männern beginnt schon in der Kindheit: Mädchen bekommen in Deutschland deutlich weniger Taschengeld als Jungen. Das geht aus der jüngsten Erhebung des bundesweiten Kinderbarometers der Landesbausparkassen hervor.

Die Studie unter Kindern im Alter von 9 bis 14 Jahren wurde am Donnerstag in Münster veröffentlicht. Während Söhne durchschnittlich 19,08 Euro im Monat bekommen, müssen sich Töchter im Schnitt mit 16,13 Euro begnügen. Der Mittelwert insgesamt liegt bei 17,61 Euro.

Die meisten Süßigkeiten und Comics können sich Kinder im Saarland leisten: Dort gibt es der Umfrage zufolge 20,26 Euro Taschengeld, Sachsen ist mit 11,63 Euro Schlusslicht. Einen markanten Unterschied gibt es auch in einem anderen Punkt: Migranten geben ihren Kindern deutlich mehr Geld. Sie zahlen im Schnitt 23,09 Euro, sofern die Eltern Arbeit haben.

Etwa 61 Prozent der befragten Kinder gaben an, sich selbst etwas dazuzuverdienen. "In jungen Jahren sind gute Noten, Hilfe im Haushalt oder die Unterstützung von Verwandten Einnahmequellen genug. Später kommen andere Tätigkeiten wie Kellnern oder Prospekte lochen hinzu", sagte eine Sprecherin der LBS West. "Bei Mädchen liegt Babysitten weit vorne, Jungen ziehen Autowaschen und Rasenmähen vor."

Für das LBS-Kinderbarometer Deutschland wurden bundesweit rund 10 000 Kinder im Alter zwischen 9 bis 14 Jahren befragt. Partner des Kinderbarometers ist der Deutsche Kinderschutzbund.

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