Ärzte Zeitung online, 10.12.2009

Ministerin und Medienwächter kritisieren TV-Sex-Wette

MÜNCHEN (dpa). Schon vor der ersten Ausstrahlung sorgt eine von ProSieben geplante Sendung für heftige Kritik von Politikern und Medienexperten. In der Doku-Serie "50 pro Semester" sollen fünf Studenten mit der Wette gegeneinander antreten, wer in einem Semester 50 Männer oder Frauen ins Bett bekommt.

Das Ganze ist aber keine echtes Realityformat, sondern eine Schein-Dokumentation mit Schauspielern - das Format nennt sich "Scripted Reality".

"Es ist eine verheerende Botschaft an alle Zuschauer, wenn Frauen und Männer in einer Art moderner "Kopfgeldjagd" zu Sexobjekten degradiert werden", sagte Bayerns Familienministerin Christine Haderthauer (CSU) der "Passauer Neuen Presse" vom Donnerstag. "Nur weil es sich um einen Privatsender handelt, kann dieser nicht losgelöst von jeder gesellschaftlichen Verantwortung agieren." Haderthauer drohte rechtliche Schritte an: "Jeder, der bei uns Lizenzen verliehen bekommt, hat damit auch eine bestimmte Verantwortung übertragen bekommen. Gegen diese wird bei einem solchen Format grob verstoßen."

Der Präsident der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien und Vorsitzender der Kommission für Jugendmedienschutz, Wolf-Dieter Ring, sieht die Gefahr einer negativen Wertevermittlung. "Sexualität und Liebe werden möglicherweise zum Objekt." Ob bei "50 pro Semester" ein Verstoß gegen das Jugendschutzgesetz vorliege, sei aber erst nach der Ausstrahlung zu sagen.

Eine Sprecherin des Senders betonte laut PNP, alles sei jugendfrei. "Die Jugendschutzrichtlinien werden eingehalten." Wie viel nackte Haut zu sehen sein werde, könne sie noch nicht sagen. "Wir haben am Montag erst mit der Produktion in München begonnen." Der Sendetermin der Pilotfolge ist am 18. Januar um 16.00 Uhr.

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