Ärzte Zeitung online, 21.12.2009

Ärzte entfernen bei Zweijährigem einige Nadeln

SãO PAULO (dpa). Not-OP in Brasilien: Einem Ärzteteam ist es bei einem komplizierten Eingriff gelungen, mehrere Nadeln aus dem Körper eines zweijährigen Kindes zu entfernen. Die Nadeln steckten in der Nähe des Herzens und der Lunge des kleinen Jungen, der vermutlich Opfer eines Rituals Schwarzer Magie wurde. Der Stiefvater gestand die Tat. An dem mehrstündigen Eingriff waren fünf Ärzte beteiligt.

Das Kind soll noch weitere zweimal operiert werden, um auch Nadeln im Bauch und an der Wirbelsäule zu entfernen. Die Mediziner sind weniger über die Anzahl der metallischen Gegenstände besorgt als über deren Lage in der Nähe lebenswichtiger Organe.

Nach Angaben des Hospitals in Salvador im nordöstlichen Bundesstaat Bahia ist es schwierig, die genaue Zahl der Nadeln mit Sicherheit festzustellen, weil einige von Knochen verdeckt werden könnten. Zunächst war von mehr als 40 Nadeln die Rede. Die Ärzte gehen mittlerweile von 25 bis 30 Nadeln im Körper des Jungen aus.

Der 30 Jahre alte Stiefvater des Kindes, der seit sechs Monaten mit der Mutter zusammenlebte, gab in seiner Vernehmung an, den Jungen mehrere Wochen lang in das Haus einer Frau mitgenommen zu haben, die Schwarze Magie praktiziere. Er habe dem Kind in jeder Sitzung drei bis vier Nadeln in den Körper gestochen. Mit der Tat wollte er sich an der Mutter des Kindes rächen. Die Polizei nahm ihn sowie zwei mutmaßliche Komplizinnen fest.

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