Ärzte Zeitung online, 21.12.2009

Leichte Entspannung nach Schneechaos in Europa und den USA

HAMBURG (dpa). Nachdem heftige Schneefälle und eisige Temperaturen weite Teile Europas und der USA am letzten Adventswochenende ins Chaos gestürzt hatten, entspannt sich die Situation langsam. Im Nordosten der Vereinigten Staaten begannen die Menschen, sich aus den Schneemassen auszugraben, die ihnen die schwersten Winterstürme seit Jahren beschert hatten.

In der Hauptstadt Washington türmte sich die weiße Pracht am Sonntagabend (Ortszeit) aber stellenweise noch bis zu 60 Zentimeter. Behörden und Schulen sollten deshalb auch am Montag noch geschlossen bleiben. Auch der pannengeplagte Eurostar-Zug kann nach wie vor nicht durch den Tunnel unter dem Ärmelkanal fahren. Zunächst seien weitere Tests nötig, hieß es in London. Eine Normalisierung meldete dagegen der Flughafen Düsseldorf, wo nach zwölfstündiger Sperrung am Abend wieder die ersten Maschinen starteten.

Dutzende Menschen kamen durch witterungsbedingte Unfälle ums Leben oder starben an Unterkühlung. Allein in Polen wurden bis Sonntagabend 29 Tote gezählt. Die meisten Opfer waren nach Polizeiangaben obdachlose und alkoholisierte Männer. Auch in Deutschland starben mindestens sechs Menschen.

Nach der Pannenserie im Tunnel unter dem Ärmelkanal steht der Hochgeschwindigkeitszug Eurostar auch am Montag noch still. Die bisherigen Tests hätten ergeben, dass der Schneeschutz an den Triebwagen verbessert werden müsse, um die elektrischen Anlagen zu schützen, hieß es von Betreiberseite in London. Die schneebedingten Zugausfälle hatten schon am Wochenende die Reisepläne von rund 60 000 Menschen durchkreuzt, die mit dem Zug durch den Kanal zwischen Frankreich und Großbritannien fahren wollten. Nachdem am Samstag mehr als 2000 Reisende mitten im Tunnel in liegen gebliebenen Zügen gestrandet waren, hatte Eurostar den gesamten Zugverkehr gestoppt.

Im Nordosten der USA waren die Bundesstaaten Virginia und Maryland besonders vom Wintereinbruch betroffen. Nach 24-stündigem Schneefall ging zunächst nichts mehr. Tausende Autofahrer strandeten auf den Straßen und mussten von Rettungsmannschaften in Notunterkünfte gebracht werden, der Flugverkehr brach am Wochenende weitgehend zusammen. Für Washington, Virginia, West Virginia, Delaware, Philadelphia (Pennsylvania) und Boston (Massachusetts) wurde der Schneenotstand ausgerufen. Nach Medienberichten gab es tausende Unfälle auf glatten Straßen. Bis zu 1000 Nationalgardisten halfen dabei, Menschen aus ihren stecken gebliebenen Fahrzeugen zu befreien.

New York City kam mit einem blauen Auge davon. Trotz Schneehöhen von bis zu 40 Zentimeter stellten die U-Bahnen, Busse und Vorortzüge ihren Verkehr nicht ein. Nachdem alle drei New Yorker Flughäfen am Samstagabend wegen des dichten Schneetreibens ihren Betrieb eingestellt hatten, blieb es gespenstisch still am Himmel der 15-Millionen-Metropole.

Auf den Straßen in Deutschland entspannte sich die Lage in der Nacht zum Montag. Die Autofahrer hätten sich mittlerweile an das Wetter gewöhnt, hieß es gleichlautend aus vielen Polizeidienststellen. In zahlreichen Städten verzeichnete die Polizei nicht mehr Unfälle als bei normalem Wetter.

Obwohl am Abend die ersten Flieger wieder auf dem drittgrößten deutschen Flughafen starten konnten, kamen einige tausend Passagiere nicht mehr aus Düsseldorf weg. Sie wurden von den Airlines in umliegenden Hotels untergebracht oder hatten den Flughafen bereits verlassen. Bei der Bahn kam es bis in die Nacht zu Verspätungen und Zugausfällen. "Wir haben Probleme mit den Weichen", sagte ein Sprecher der Bahn in NRW am frühen Montagmorgen.

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