Ärzte Zeitung online, 21.12.2009

Eiseskälte hat Europa weiter im Griff

HAMBURG (dpa). Arktische Kälte, Eis und Schneeglätte sorgen in Europa auch zum Wochenstart weiter für Chaos und Beeinträchtigungen im vorweihnachtlichen Nah- und Fernverkehr. Dutzende Menschen kamen durch witterungsbedingte Unfälle ums Leben oder starben an Unterkühlung.

Während Österreichs Medien über die ersten Kältetoten im Lande berichteten, gab es auf deutschen Autobahnen und wichtigen Verkehrsachsen erneut Rutschpartien und kilometerlange Staus. In den meisten Fällen verliefen sie jedoch glimpflich. Die Bahn sprach von bundesweiten Verspätungen und Zugausfällen durch Schnee und Kälte.

Obwohl sich im Flugverkehr eine allmähliche Normalisierung der Lage abzeichnete, gab es erneut Annullierungen oder Verspätungen in Frankfurt, Düsseldorf, Paris, Madrid oder Amsterdam. Betroffen waren vor allem europaweite Flüge. Hunderte Reisende saßen fest und mussten oft notdürftig auf Feldbetten oder Koffern übernachten. Auf Deutschlands drittgrößtem Flughafen in Düsseldorf wurde der Flugverkehr wieder aufgenommen. Er war am Vortag fast zwölf Stunden gesperrt - bis zu 10 000 Menschen saßen dadurch fest.

Nach der Pannenserie im Tunnel unter dem Ärmelkanal wurden alle Fahrten des Hochgeschwindigkeitszugs Eurostar zwischen Frankreich und Großbritannien abgesagt. Tests hätten ergeben, dass der Schneeschutz der Triebwagen verbessert werden müsse, um die elektrischen Anlagen zu schützen, teilten die Betreiber in London mit. Schneebedingte Zugausfälle hatten schon am Wochenende die Reisepläne von 60 000 Menschen durchkreuzt. Auf anderen Strecken in Frankreich, aber auch Spanien fahren die Hochgeschwindigkeitszüge mit verminderter Kraft, weil der Fahrtwind wegen der Kälte zu Vereisungen führt.

In den USA haben die schwersten Winterstürme seit Jahren vor allem den Nordosten heimgesucht. In Bundesstaaten wie Virginia und Maryland ging nach 24-stündigem Schneefall zunächst nichts mehr. Tausende Autofahrer strandeten auf den Straßen und mussten von Rettungsmannschaften in Notunterkünfte gebracht werden, der Flugverkehr brach am Wochenende weitgehend zusammen. Für Washington, Virginia, West Virginia, Delaware, Philadelphia (Pennsylvania) und Boston (Massachusetts) wurde der Schneenotstand ausgerufen.

Freude dagegen bei Wintersportlern. Selbst in Deutschlands Norden - wo der Skilift Bungsberg auf Schleswig-Holsteins höchster Erhebung (168 Meter) den Betrieb aufnahm - hieß es "Ski und Rodel gut".

Lesen Sie dazu auch:
Ob der Mieter Schnee fegen muss, hängt vom Mietvertrag ab

Topics
Schlagworte
Panorama (30512)
Personen
West Virginia (14)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Hypertonie in jungen Jahren erhöht Risiko für den Nachwuchs

Das Alter, in dem sich ein Bluthochdruck manifestiert, beeinflusst nicht nur die persönliche Prognose eines Patienten, sondern wohl auch das Erkrankungsrisiko seiner Kinder. mehr »

Medienanamese künftig Bestandteil der U-Untersuchungen?

Schon bei Babys und Kleinkindern machen sich die Folgen übermäßigen Medienkonsums bemerkbar. Das geht aus der neuen BLIKK-Studie hervor. Pädiater reagieren besorgt. mehr »

Deutsche überschätzen Ebola-Gefahr und unterschätzen Masern

Im Mittelpunkt medialer Berichterstattung stehen meist große globale Bedrohungen wie Ebola und Zika. Doch Experten haben ganz andere übertragbare Erkrankungen im Visier. mehr »