Ärzte Zeitung online, 21.12.2009

Geburt auf Hamburger Frachter vor der Küste Brasiliens

HAMBURG/RIO GRANDE (dpa). Vermutlich zum ersten Mal ist auf einem Containerschiff ein Baby zur Welt gekommen: Eine junge Offiziersassistentin hat auf einem Hamburger Frachter vor der Küste Brasiliens eine Tochter geboren.

Mutter und Kind seien in einem Krankenhaus in der Küstenstadt Rio Grande wohlauf, teilte die Reederei Leonhardt & Blumberg am Montag in Hamburg mit. Noch in dieser Woche soll die Mutter, die aus Borna in Sachsen stammt, mit dem Kind nach Deutschland zurückkehren. Sie hatte vor rund einem Jahr ihre Ausbildung begonnen und arbeitete seit zwei Monaten an Bord des Containerschiffs. Nach den Berichten der Reederei wussten weder der Kapitän noch die 20-jährige Mutter von der Schwangerschaft.

Am späten Mittwochabend habe sich die Frau beim Kapitän der MS "Maruba Simmons", André Kurze, gemeldet, weil die Wehen einsetzten. Der 43-Jährige half bei der Geburt so gut er konnte und alarmierte einen Notarzt. Das Mädchen, das gegen ein Uhr geboren wurde, wiegt 3350 Gramm und ist 44 Zentimeter groß. 

Per Helikopter wurden Ärzte auf das Schiff gebracht, das 50 Kilometer vor der Küste auf Reede lag und auf seine Abfertigung im Hafen Rio Grande wartete. Weil die Mutter aber nicht per Helikopter transportfähig war, steuerte das Schiff den Hafen an, um Mutter und Kind in ein Hospital zu bringen.

"Wenn wir gewusst hätten, dass die Frau schwanger ist, wäre sie nicht an Bord gewesen", heiß es bei der Reederei. Es sei ein glücklicher Zufall gewesen, dass sich das Schiff gerade in Hafennähe aufgehalten habe.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »