Ärzte Zeitung online, 22.12.2009

Erstickungsgefahr: Kleinkinder sind besonders durch Nüsse gefährdet

BERLIN (eb). Für Kleinkinder sind Nüsse gefährlich: Sie können in die Atemwege gelangen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) weist darauf hin, dass solche Zwischenfälle häufiger durch Erdnüsse als etwa durch Kleinteile von Spielzeugen verursacht werden.

Erstickungsgefahr: Kleinkinder sind besonders durch Nüsse gefährdet

Erdnüsse sind keine geeigneten Knabberein für Kleinkinder.

Foto: © Dantok / fotolia.de

Nüsse können aufgrund ihrer Form und geringen Größe sowie öligen Oberfläche leichter in die Luftröhre und die tiefen Bereiche der Luftwege gelangen als andere Lebensmittel. Auf den Verpackungen von Nüssen sollte ein Verbraucherhinweis wie "Achtung. Nüsse können in die Atemwege von Kindern gelangen", aufgedruckt werden, fordert BfR-Präsident Professor Andreas Hensel in einer Mitteilung des BfR.

Für Spielzeuge besteht bereits eine Kennzeichnungspflicht. Auf den Verpackungen befindet sich der Warnhinweis, dass Kleinteile verschluckt werden können. Für Nüsse besteht eine solche Kennzeichnungspflicht bislang nicht.

Aspirationsunfälle werden in Deutschland nicht systematisch erfasst. Aus Sicht des BfR zeigen die neueren Zahlen der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Pneumonologie das Unfallrisiko sowie das Unfallverhältnis von Nüssen zu anderen Kleinteilen und Spielzeugteilen deutlich auf. Von 2004 bis 2005 wurden an sechs Kliniken 98 Fremdkörperaspirationen dokumentiert. In mehr als der Hälfte der Fälle (50 Meldungen) hatten Kinder eine ganze Nuss oder Teile davon verschluckt. In 29 dieser Fälle handelte es sich um Erdnüsse.

In 16 Fällen wurden andere Nahrungsbestandteile wie Karottenstückchen verschluckt, und in zehn Fällen waren Spielzeugteile in die Atemwege gelangt. Damit ist das Risiko von Kleinkindern, Nüsse in die Atemwege zu bekommen, signifikant höher als das Risiko, dass Spielzeugteile in die Luftröhre gelangen.

Zur Stellungnahme des BfR

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