Ärzte Zeitung online, 28.12.2009

Kein eindeutiger Nachweis für Luxemburg-Leiche

BERLIN (dpa). Die Obduktion ist abgeschlossen, die Ungewissheit bleibt: Es gebe keinen eindeutigen Nachweis, dass die vor rund zwei Jahren in der Berliner Charité gefundene Leiche die ermordete Kommunistenführerin Rosa Luxemburg sei, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft am Montag.

Weitere Prüfungen wie ein DNA-Abgleich seien noch vorgesehen. Der Torso solle jetzt aber zur Bestattung freigegeben werden, da die Leiche für die Untersuchungen nicht mehr gebraucht wird. Die "Bild"-Zeitung berichtete, dass die unbekannte Tote Anfang Januar bestattet werden soll.

Die Staatsanwaltschaft hatte die Obduktion angeordnet, da eine unnatürliche Todesursache nicht ausgeschlossen werden konnte. Der tote Körper, an dem Kopf, Hände und Füße fehlen, war 2007 in einer alten anatomischen Sammlung der Charité entdeckt worden. Der Leiter der Charité-Rechtsmedizin, Michael Tsokos, vermutete aufgrund zahlreicher Indizien, dass es sich um die Leiche der 1919 ermordeten einstigen KPD-Führerin Luxemburg handelt.

Der Rechtsmediziner war mehr als 40 Hinweisen nachgegangen, hatte jedoch keinen eindeutigen Beweis für die Identität der Leiche gefunden. Indes sagte der frühere Chef der Rechtsmedizin, Volkmar Schneider, in der "Bild"-Zeitung, Tsokos habe mit seinen Behauptungen der Gerichtsmedizin schweren Schaden zugefügt.

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