Ärzte Zeitung online, 08.01.2010

Älteste hebräische Inschrift entziffert

HAIFA (dpa). Ein israelischer Forscher hat nach Angaben der Universität Haifa die älteste derzeit bekannte hebräische Inschrift entziffert. Diese stamme aus dem 10. Jahrhundert v. Chr., als der Überlieferung nach König David regiert habe, teilte die Universität am Donnerstag mit.

Die Inschrift sei nicht nur ein Beweis dafür, dass das Königreich Israel bereits existiert, sondern dass es zu dieser Zeit bereits Bibelinschriften gegeben habe. Nach bisheriger Gelehrtenmeinung seien die Bibel oder Teile der Bibel zu einem solch frühen Zeitpunkt nicht geschrieben worden.

Nach Angaben von Professor Gershon Galil von der Abteilung für Bibelstudien an der Universität Haifa enthält die mit blauer Tinte auf einer 15 mal 16,5 Zentimeter großen Tonscherbe gefertigte Inschrift Verben, die für das Hebräische charakteristisch sind. Auch das Wort Witwe sei typisch für Hebräisch und in anderen lokalen Sprachen zur damaligen Zeit anders geschrieben worden.

In der Inschrift wird den Angaben zufolge zum Schutz von Waisenkindern, Witwen, Armen, Sklaven sowie zur Unterstützung von Fremden aufgerufen. Sie erinnert nach Angaben von Galil unter anderem an Jesaja 1,17. Dort heißt es: "Lernet Gutes tun, trachtet nach Recht und helfet den Unterdrückten, schaffet dem Waisen Recht, führet der Witwe Sache."

Topics
Schlagworte
Panorama (30363)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Antibiotika gegen Rückenschmerzen

Verursachen Bakterien heftige Bandscheiben-Beschwerden? Für Forschungen zur Behandlung von Rückenschmerzen mit Antibiotika wurde jetzt der Deutschen Schmerzpreis verliehen. mehr »

Ethikrat sucht nach dem goldenen Mittelweg

Wann ist eine medizinische Zwangsbehandlung fürsorglicher Schutz, wann ein unangemessener Eingriff? Diesen Fragen widmet sich aktuell der Deutsche Ethikrat. mehr »

Ein Wettbewerbsverbot ohne Entschädigung ist ungültig

Wettbewerbsverbot ohne Karenzentschädigung? Das geht nicht, urteilt das Bundesarbeitsgericht. Ist das im Arbeitsvertrag dennoch so vorgesehen, können Arbeitnehmer nachträglich aber kein Geld einklagen. mehr »