Ärzte Zeitung online, 21.01.2010

Lebensretter Smartphone in Haitis Trümmern

HAMBURG (dpa). Eine Anwendung seines Smartphones hat dem amerikanischen Dokumentarfilmer Dan Woolley (39), der beim Erdbeben in Haiti unter Trümmern eingeschlossen wurde, das Leben gerettet.

Die Erste-Hilfe-App habe ihm gezeigt, wie er seine stark blutenden Wunden zu behandeln habe, berichtete der US-Sender MSNBC. Nach 65 Stunden sei Woolley aus den Trümmern des Hotels Montana in Port-au-Prince gerettet worden.

Mithilfe des Programms habe es Woolley verstanden, wie er mit seinem Shirt eine tiefe Schnittwunde am Bein abbindet und mit einer Socke das Blut seiner Kopfwunde stillt. Außerdem habe das Gerät ihm geholfen, nicht einzuschlafen, wenn er das Gefühl hatte, in einen Schockzustand zu geraten. Er stellte den Wecker seines Smartphones auf alle 20 Minuten.

In der Finsternis der Trümmer diente ihm das Gerät außerdem als Lichtquelle. Er schaffte es bis zu einem Aufzugschacht, wo ihn ein französisches Rettungsteam entdeckte und herausholte.

Woolley wurde nach Miami gebracht, wo ihn seine Frau Christina in die Arme schließen konnte. Ein paar Tage später kehrte das Paar zu seinen Söhnen Josh (6) und Nathan (3) in Colorado Springs zurück.

Woolleys Film-Kollege David Hames wurde derweil noch immer vermisst.

Lesen Sie dazu auch:
Katastrophe in Haiti: Kampf gegen das Chaos
Manche Bilder bleiben einfach im Kopf
Hilfsanstrengungen für Haiti massiv verstärkt
"Hilfe für Kinder muss absolute Priorität haben"
Haiti-Hilfe wird zum logistischen Problem
Notfall-Routenplaner für Haiti im Internet abrufbar
UN-Sicherheitsrat tagt zu Haiti
Brüche, Verbrennungen, Kopfverletzungen: Ärzte auf Haiti arbeiten rund um die Uhr
Kampf ums nackte Leben in Haiti - es riecht nach Verwesung
Deutsches Rotes Kreuz schickt mobiles Krankenhaus nach Haiti
Beben-Katastrophe in Haiti - Internationale Hilfe läuft an
Chaos nach Beben im Armenhaus der Karibik (in diesem Artikel finden Sie auch eine Liste mit Spendenkonten)
Flughafen gesperrt: Helfer kommen nur auf Umwegen nach Haiti
Rotes Kreuz richtet Kontakt-Webseite für Haiti ein
Haiti: So suchen Helfer nach Verschütteten

Topics
Schlagworte
Panorama (30165)
Organisationen
DRK (605)
MSNBC (7)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Körperlich aktive Kinder werden seltener depressiv

Bewegen sich Kinder viel, entwickeln sie in den kommenden Jahren seltener depressive Symptome. Viel körperliche Aktivität könnte daher präventiv wirken. mehr »

Generelle Landarztquote ist vom Tisch

Der Masterplan Medizinstudium 2020 ist in trockenen Tüchern. Länder können, müssen aber keine Zulassungsquote für Landärzte in spe festlegen. mehr »

Star Trek und die Ethik der Medizin

Ärztliche Fortbildung sind immer dröge Veranstaltungen? Eine Veranstaltung in Frankfurt ist der medizinethischen Wertewelt von Raumschiff Enterprise auf den Grund gegangen - und zeigt, was Ärzte aus der Serie lernen können. mehr »