Ärzte Zeitung, 27.01.2010

Aufklärung ist in US-Familien kein Thema

In keiner Industrienation werden so viele Teenager schwanger wie in den USA. Dafür gibt es gute Gründe.

Von Uschi Armstrong

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Viele US-Teenies werden offenbar gar nicht oder viel zu spät aufgeklärt. © Berchtesgaden / fotolia.com

SANTA MONICA. In den USA werden nach Angaben des Washingtoner Guttmacher Institute pro Jahr 75 von 1000 jungen Frauen zwischen 15 und 19 schwanger. Damit liegen die Vereinigten Staaten bei Teenager-Schwangerschaften in den Industrienationen an der Spitze. Ein Grund dafür ist offenbar, dass die amerikanischen Jugendlichen von ihren Eltern viel zu spät und nur ungenügend aufgeklärt werden. Das geht aus einer neue Studie hervor.

Ein Forscherteam um Dr. Megan K. Beckett aus Santa Monica in Kalifornien hat 141 Eltern und ihre 13 bis 17 Jahre alten Kinder mehrfach innerhalb eines Jahres zu Sex und Aufklärung befragt (Pediatrics 125, 2010, 34). Die Eltern waren Angestellte in verschiedenen US-Staaten. In der Studie ging es um 24 Themen rund um Sex, von der Verhütung bis zu sexuell übertragbaren Krankheiten. Die Teenager wurden jedes Mal nach ihren sexuellen Erfahrungen gefragt.

Über die Hälfte der Teenager, die bereits präkoitale Erfahrungen hatten, etwa mit Petting oder Oralsex, hatten nie mit ihren Eltern über Verhütung, Geburtenkontrolle, sexuell übertragbare Krankheiten oder ähn-liche Themen gesprochen. Auch wie man sich erfolgreich gegen ungewollten Sex wehrt, war nie angesprochen worden. Ähnlich bei Jugendlichen, die bereits Sex hatten: Über 40 Prozent waren von den Eltern nicht über diese Themen aufgeklärt worden.

Die Forscher raten Ärzten, die Eltern zu unterstützen und ihnen rechtzeitig Informationen zum Sexualverhalten der Teenager an die Hand zu geben.

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