Ärzte Zeitung online, 26.01.2010

Mindestens 14 Obdachlose in Deutschland erfroren

HAMBURG (dpa). Mindestens 14 Obdachlose sind in diesem Winter bereits in Deutschland erfroren. Seit dem Winter 1996/97 habe es nicht mehr so viele auf der Straße erfrorene Menschen gegeben, teilte die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe am Montag in Bielefeld mit. Im Winter vor 13 Jahren waren es mindestens 25 Tote.

   Der Dauerfrost macht jedoch nicht nur den Obdachlosen zu schaffen. Auch Autofahrer, Flugreisende und zunehmend auch die Schifffahrt kämpfen mit Eis und Schnee. Im Flugverkehr sorgte das Wetter auch wieder für Probleme: Am Frankfurter Flughafen wurden bis zum Montagmittag mehr als 180 Flüge gestrichen.

An der Müritz in Mecklenburg-Vorpommern begannen Schiffseigner damit, ihre Fahrzeuge mit Eisäxten freizuhacken. Die Fährverbindung zwischen den Nordseeinseln Föhr und Amrum war durch Eis im Hafen weitgehend lahmgelegt.

Auf dem Main-Donau-Kanal sowie dem Mittellandkanal könnte die Schifffahrt in den nächsten Tagen ganz zum Erliegen kommen, sollte sich der Frost noch verschärfen. Sechs Eisbrecher waren im Einsatz, um die Wasserstraße von der westfälischen Grenze bis Wolfsburg befahrbar zu halten. Seit Samstagabend ist der Kanal zwischen Wolfsburg und Magdeburg gesperrt. Zehn Schiffe lagen im Eis fest.

Viele Autofahrer scheinen sich trotz des seit Wochen anhaltenden Winterwetters noch immer nicht auf Schnee und Glätte eingestellt zu haben. In vielen Teilen Deutschlands gab es in der Nacht und am Vormittag Staus und zahlreiche Unfälle - allein im bayerischen Unterfranken knapp 100.

Auch vielerorts in Hessen, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Brandenburg kam der Verkehr ins Stocken, Dutzende Unfälle endeten mit Blechschäden. In Oberweser bei Kassel sowie in Ochtrup im Münsterland wurden zwei Autofahrer getötet.

Kältetote in Osteuropa - Minus 34,8 Grad in Rumänien

 Der Dauerfrost in Rumänien hat in den vergangenen fünf Tagen bereits 22 Menschenleben gekostet. Das teilte das Gesundheitsministerium in Bukarest am Montag mit. In Polen erfroren elf Menschen in der bislang kältesten Nacht dieses Winters. In der Nähe von Przemysl im Südosten des Landes wurden in der Nacht zum Montag minus 32 Grad, in Suwalki im Nordosten minus 31 Grad gemessen. Insgesamt seien an dem eisigen Wochenende 16 Menschen an den Folgen von Unterkühlung gestorben, teilte das Krisenzentrum der Regierung in Warschau am Montag mit.

Nach Angaben des rumänischen Wetterdienstes herrschten Tiefsttemperaturen von minus 34,8 Grad in der Nacht zum Montag bei Intorsura Buzaului in den Karpaten. Der Rekord liegt bei minus 36 Grad.

In Rumänien hatten die Behörden die Krankenhäuser angewiesen, Obdachlose vorübergehend aufzunehmen. Am Montagmorgen entgleiste in der siebenbürgischen Region Covansa wegen des Frosts ein Zug mit 29 Fahrgästen. Verletzt wurde niemand. Hier hatten Tiefsttemperaturen von minus 34,4 Grad geherrscht. Der extreme Frost soll noch bis Mittwoch andauern. Die Regierung kündigte an, dass die Versorgung der Industrie mit Erdgas gedrosselt werde, damit die Heizung von Wohnungen gesichert bleibe.

Trotz eisiger Kälte müssen in Polen noch Tausende von Menschen seit zwei Wochen ohne Strom auskommen. Nach heftigen Schneefällen Anfang Januar waren zahlreiche Strommasten und Leitungen beschädigt worden. Am Montagvormittag hatten etwa 8000 Haushalte im Süden des Landes noch immer keine Elektrizität. 3000 Menschen konnten die Einsatzkräfte inzwischen wieder mit Strom versorgen.

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