Ärzte Zeitung online, 02.02.2010

92 tote UN-Mitarbeiter in Haiti bestätigt

PORT-AU-PRINCE (dpa). Die Zahl der bei dem Erdbeben in Haiti getöteten Mitarbeiter der Vereinten Nationen ist auf 92 gestiegen. Sieben UN-Beschäftigte seien noch vermisst, teilte der Chef der UN-Mission Edmond Mulet am Montag in Port-au-Prince mit.

Das Hauptquartier der UN-Mission war bei dem Beben am 12. Januar gänzlich zerstört werden. Die Mitarbeiter nutzen vorerst die Büros des Logistikzentrums der UN-Mission nahe dem Flughafen. Die seit 2004 in Haiti stationierte UN-Mission MINUSTAH hat etwa 7000 Soldaten, um das Land zu stabilisieren.

Derzeit patrouillieren sie verstärkt in den Straßen von Port-au-Prince, um Plünderungen zu verhindern. Sie sichern außerdem die Verteilung von Hilfsgütern ab. Der aus Guatemala stammende Mulet ist der Nachfolger des Tunesiers Hédi Annabi, der bei dem Erdbeben ums Leben kam. Nach Schätzung der haitianischen Regierung kamen bei dem Beben der Stärke 7,0 etwa 180 000 Menschen ums Leben.

Experte warnt vor weiterem starken Beben in Haiti

Ein französischer Wissenschaftler hat die Regierung in Haiti vor einem möglichen weiteren Erdbeben in einer Stärke von bis zu 5,5 gewarnt. "Es wird vermutlich noch starke Nachbeben geben, niemand sollte sich in falscher Sicherheit wiegen", sagte der Erdbebenexperte Eric Calais am Montag (Ortszeit) dem haitianischen Sender RFM. Es sei dringend nötig, die beschädigten Häuser von Experten prüfen zu lassen, sagte Calais, der zuvor mit dem haitianischen Präsidenten René Préval zusammengetroffen war. Häuser, die beim letzten Beben von der Stärke 7 nur Risse abbekommen hätten, könnten bei einem Nachbeben leicht einstürzen. "Haiti braucht dringend ein Netz von Seismografen, die Erschütterungen genau aufzeichnen", betonte er.

Lesen Sie dazu auch:
Haiti: "Ich bin gerettet, ruft das kleine Mädchen, ich bin gerettet"
Zwischen Tod und Trümmern - operieren wie in der Steinzeit

Topics
Schlagworte
Panorama (30661)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »