Ärzte Zeitung online, 02.02.2010

Psychotherapeutin Ruth Cohn mit 97 Jahren gestorben

DÜSSELDORF/BERLIN (dpa). Die Psychotherapeutin und Begründerin der Themenzentrierten Interaktion (TZI), Ruth C. Cohn, ist im Alter von 97 Jahren in Düsseldorf gestorben. In ihrer Arbeit sei es ihr gelungen "grundlegende Erkenntnisse der Psychoanalyse und der Sozialpsychologie fruchtbar zu verbinden", teilte das Ruth Cohn Institute in Berlin am Montag mit.

Die von Ruth Cohn entwickelte TZI-Methode will die Erkenntnisse, die Menschen von sich selbst und anderen haben können, auch über den engeren Kreis von Analytiker und Patient anwendbar machen. Angestrebt sei bei der in den 1950-er Jahren in den USA entstandenen TZI als therapeutisch-pädagogischer Ansatz, zudem eine Balance zwischen Einzelpersonen sowie Gruppen und deren Aufgaben. Vor dem Hintergrund ihres persönlichen Schicksals sei es Ruth Cohn auch darum gegangen, bei ihrer Methode "klare Voraussetzungen und Werte" zu benennen.

Das ursprüngliche Anliegen Ruth Cohns war es, ein Konzept zu entwickeln, das "dem ursprünglich gesunden Menschen ein Leben ermöglicht, in dem er gesund bleiben kann". Gesundheit beziehe sich hier nicht bloß auf das individuelle Wohlbefinden, sondern auch auf die politische Verantwortlichkeit in der Welt, teilte das Berliner Institut mit. Neben ihren wissenschaftlichen Büchern veröffentlichte Ruth Cohn 1990 auch einen Gedichtband "zu wissen, dass wir zählen."

Die Wissenschaftlerin ist Trägerin verschiedener internationaler Auszeichnungen. Im Jahr 1992 hatte sie das Große Verdienstkreuz erhalten.

Weiter Infos auf der Internetseite des Ruth Cohn Institute

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