Ärzte Zeitung online, 04.02.2010
Frauen
mit starken Figuren sind neu vermessen
BÖNNINGHEIM/DRESDEN (eb). Frauen mit starken
Figuren eröffnen sich künftig neue
Einkaufsmöglichkeiten - dank eines vom Forschungskuratorium
Textil betreuten Projekts. In dem Projekt wurden die
Körpermaße starker Figuren erstmals umfassend
vermessen und wissenschaftlich ausgewertet. Damit stehen der
Bekleidungsindustrie nun aktuelle Körperdaten zur
Verfügung.

Virtuelle 3D-Formkörper für die Größen 48 bis 60 zeigen erstmals realistische Figuren. © Hohenstein Institute
Die Industrie hat nun Konstruktionsgrundlagen
sowie realistische Büsten in Form virtueller
Formkörper. Diese ermöglichen eine optimierte
Schnittgestaltung, die den Bedürfnissen von kräftig
gebauten Frauen gerecht wird. Ausgewertet wurden insgesamt 4000
Datensätzen von Frauen der
Konfektionsgrößen 44 bis 64. Die Daten wurden in
mehreren Reihenmessungen mittels moderner 3D-Scannertechnologie erfasst.

Neue Maße wie "Natürlicher Taillenumfang" oder "Abstand Taillenumfang - Natürliche Taille" ermöglichen passgenauere Kleidung. © Hohenstein Institute
Basierend auf diesen aktuellen Körperdaten und der
Befragungsergebnisse der Probandinnen erarbeiteten die Hohenstein
Institute anschließend eine umfassende Marktanalyse sowie
Marktanteiltabellen als wichtige Entscheidungshilfe bei der Planung
marktgerechter Größensortimente.
In den neu erstellten
Körpermaßtabellen
für die Größen 48 bis 64 ist vor allem die
Definition zielgruppenspezifischer Körpermaße neu,
wie die Maße "Natürlicher Taillenumfang" und
"Abstand Taillenumfang - Natürliche Taille". Darüber
hinaus wurden Konstruktionsmaßtabellen sowie virtuelle
3D-Formkörper für die Größen 48
bis 60 entwickelt, welche erstmals die realistischen
Körperformen der Zielgruppe repräsentieren.
Der Trend ist eindeutig - die Körperproportionen der
Bevölkerung verändern sich in Richtung
stärkerer Figuren. Durch die neu ermittelten
Körperinformationen im Bereich der großen
Größen lässt sich der bisherige Mangel an
passformgerechten Produkten auf dem Bekleidungsmarkt nun ausgleichen.
Dieser entstand dadurch, dass in den bisher
durchgeführten Reihenmessungen der Anteil starker Figuren
stets zu gering war und die großen Größen
lediglich von den mittleren Konfektionsgrößen 36 bis
44 abgeleitet wurden. Die Homogenität der
Körperproportionen nimmt jedoch mit zunehmendem
Körpervolumen ab, so dass für gut sitzende Bekleidung
im Segment der starken Figuren eigene Maßvorgaben
erforderlich sind.
Als weiteres Ergebnis des Forschungsprojekts liegen nun
erstmals allgemeingültige Richtlinien für eine
optimale und funktionelle Gestaltung von Damenoberbekleidung
für starke Figuren vor.
An dem Forschungsprojekt beteiligt sind das
Bekleidungsphysiologische Institut Hohenstein und das Institut
für Textilmaschinen und Textile Hochleistungswerkstofftechnik
der TU Dresden.
Nähere Informationen zum
AiF-Forschungsprojekt "Starke Figuren"

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