Ärzte Zeitung online, 04.02.2010

Warnstreiks im öffentlichen Dienst gehen weiter

DÜSSELDORF/STUTTGART (dpa). Die Warnstreiks im öffentlichen Dienst gehen in die zweite Runde. In Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen legten Bus- und Straßenbahnfahrer am Donnerstag mit Beginn der Frühschicht ihre Arbeit nieder, wie die Gewerkschaft Verdi mitteilte. Auch das Bodenpersonal der Flughäfen Düsseldorf und Köln-Bonn trat in den Ausstand.

Das große Chaos blieb am frühen Morgen aber noch aus. An den Flughäfen gab es zunächst keine Verspätungen oder Flugausfälle. Im Laufe des Tages wird es nach Einschätzung der Gewerkschaft Verdi aber zu Behinderungen kommen. In Köln-Bonn traten nach Gewerkschaftsangaben am Morgen rund 100 Beschäftigte in den Ausstand, in Düsseldorf 150. Neben Flughäfen und Nahverkehr sollen auch Müllabfuhr, Stadtwerke, Kitas, Seniorenheime, Theater und Arbeitsagenturen im Land betroffen sein.

Verdi-Chef Frank Bsirske will in Dortmund auf einer Kundgebung sprechen. Zum Auftakt der Warnstreiks warf er den Arbeitgebern "Hinhaltetaktik" vor. "Gedanklich haben sie sich schon in die Schlichtung verabschiedet", sagte er am Morgen vor mehreren Dutzend warnstreikenden Beschäftigten der Stuttgarter Straßenbahnen AG. Er hoffe aber weiterhin auf ein Ergebnis am Verhandlungstisch.

Mit den Warnstreiks wollen die Gewerkschaften den Druck in den laufenden Tarifverhandlungen erhöhen. Sie fordern fünf Prozent mehr Geld für die Mitarbeiter von Bund und Kommunen. Die Arbeitgeber halten die Forderung für viel zu hoch. Am Montag war die zweite Verhandlungsrunde ohne Ergebnis abgebrochen worden.

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