Ärzte Zeitung, 08.02.2010

Weltweite Initiative gegen Gift in Spielzeug

Weichmacher in Plastikspielsachen können das Hormonsystem schädigen, geleimte Holzpuzzle Krebs erregen. Dabei soll Spielzeug vor allem Spaß und nicht krank machen. Eine neue Initiative will Kinder vor gefährlichen Stoffen schützen.

Weltweite Initiative gegen Gift in Spielzeug

Kinder haben ein Recht auf giftfreies Spielzeug. © Daniel Fuhr / fotolia.com

NÜRNBERG (sun). Immer noch enthalten viele Spielsachen synthetische Chemikalien. Davor warnt die internationale Initiative zur Spielzeugsicherheit "Safe Toys Coalition" (STC) anlässlich der Spielzeugmesse in Nürnberg. "Es ist bedrückend, dass hier auf Kosten der Gesundheit der Kinder Profit gemacht wird", sagt Alexandra Caterbow, Spielzeugexpertin und Mitbegründerin von STC.

"Während die Industrie auf der Spielzeugmesse ihre Neuheiten feiert, werden Millionen Kinder weltweit giftigen Schadstoffen in Spielzeug ausgesetzt", so Caterbow weiter. In der Vergangenheit habe man immer wieder darauf aufmerksam gemacht, dass Stoffe wie Blei oder gesundheitsschädigende Weichmacher in Spielzeugen gefunden wurden. Dieser Tatsache lässt nach Ansicht der STC die Spielzeugindustrie zu wenig Konsequenzen folgen.

Spielzeug solle aber vor allem Spaß und nicht krank machen, so die Expertin. Ziel der neuen Initiative sei es daher, im Dialog mit Industrie, Politik und den Verbrauchern weltweit für sicheres Spielzeug einzutreten.

Kinder seien noch wesentlich empfindlicher als Erwachsene, so die Spielzeugexpertin. Selbst kleine Mengen reichten aus, um die Entwicklung eines Kindes nachhaltig zu beeinflussen. Dabei ließen sich fast alle Stoffe leicht durch ungefährliche ersetzen. In einem Flyer informiert die Initiative darüber, wie Eltern ihre Kinder schützen können.

www.wecf.eu

Lesen Sie dazu auch:
Warnung vor hormonell wirksamen Stoffen in Spielwaren

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