Freitag, 19. März 2010
Ärzte Zeitung online, 08.02.2010

Leistungsfähige Gehirne alter Menschen funktionieren wie die junger Menschen

BERLIN (eb). Hohe Denkleistungen erfordern die Anpassung der Hirnaktivität an die Aufgabenschwierigkeit. Dies gilt gleichermaßen für jüngere und ältere Erwachsene. In beiden Altersgruppen erreichten Teilnehmer, deren Hirnaktivität mit steigender Aufgabenschwierigkeit zunahm, höhere Leistungen als Personen, deren Hirnaktivität gleich blieb oder abnahm.

Leistungsfähige Gehirne alter Menschen funktionieren wie die junger Menschen

Ein gut funktionierendes Gehirn kennt kein Alter. © Scott Maxwell / fotolia.com

Die Unterschiede in der Anpassung der Hirnaktivität an die Aufgabenschwierigkeit waren gerade bei den älteren Erwachsenen besonders groß, so Psychologin Irene Nagel vom Max-Planck-Institut. Mit einem internationalen Forscherteam untersuchte sie die Hirnaktivität von 30 jüngeren (20 bis 30 Jahre) und 30 älteren (60 bis 70 Jahre) Studienteilnehmern mithilfe der funktionellen Magnetresonanztomografie (fMRT).

Die Teilnehmer sollten sich im MRT unterschiedlich schwierige räumliche Muster einprägen und über einen kurzen Zeitraum merken. Die Forscher konnten anhand der fMRT-Bilder feststellen, welche Hirnareale beim Lösen der Aufgaben aktiviert wurden und wie sich die Hirnaktivität mit der Aufgabenschwierigkeit veränderte.

Anhand der Richtigkeit der Antworten ermittelten die Forscher die Leistungen der Teilnehmer und untersuchten, wie sich die Anpassung der Hirnaktivierung an die Aufgabenschwierigkeit zwischen Personen mit hohen und Personen mit niedrigen Leistungen unterschied.

Im Laufe des Erwachsenenalters werden die Unterschiede der Leistungsfähigkeit des Arbeitsgedächtnis größer, weil bei manchen Personen die Leistungen stärker nachlassen als bei anderen (Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America, 106, 2009, 22552).

Dabei zeigte sich, dass bei Probanden mit hohen Leistungen die Hirnaktivierung mit steigender Aufgabenschwierigkeit zunahm - und zwar unabhängig vom Alter.

Die Ergebnisse legen nahe, dass leistungsfähige Gehirne älterer Erwachsener ähnlich funktionieren wie die jüngerer Erwachsener.

Abstract der Studie: Performance level modulates adult age differences in brain activation during spatial working memory.

Weitere Informationen zur Studie und dem Max-Planck-Institut

Weitere Top-Meldungen

Arzneiausgaben sind im Januar rückläufig

Die Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen für Arzneimittel und Impfstoffe sind im Januar 2010 im Vergleich zum Vorjahresmonat um 1,6 Prozent auf 2,314 Milliarden Euro gesunken. Ein Motor der Entwicklung war im Januar der teilweise stark rückläufige Markt für Präparate gegen grippale Infekte oder Erkältungskrankheiten. mehr »

Teva wird mit ratiopharm Europas Nr. 1

Teva, die Nummer eins im weltweiten Generikamarkt, übernimmt den deutschen Wettbewerber ratiopharm aus Ulm. Das teilten die Unternehmen am Donnerstag mit. Der Verkaufspreis beträgt 3,625 Milliarden Euro. mehr »

Für Alte und chronisch Kranke ist die private Krankenversicherung nicht geeignet

Die Kapitaldeckung in der PKV soll eigentlich vor übermäßig steigenden Prämien im Alter schützen. Genau das tut sie nicht. Der Grund: Es gibt keinen Wettbewerb im Versichertenbestand. Motor der Geschäftspolitik ist die Risikoselektion. mehr »