Samstag, 11. Februar 2012
Ärzte Zeitung online, 08.02.2010

Leistungsfähige Gehirne alter Menschen funktionieren wie die junger Menschen

BERLIN (eb). Hohe Denkleistungen erfordern die Anpassung der Hirnaktivität an die Aufgabenschwierigkeit. Dies gilt gleichermaßen für jüngere und ältere Erwachsene. In beiden Altersgruppen erreichten Teilnehmer, deren Hirnaktivität mit steigender Aufgabenschwierigkeit zunahm, höhere Leistungen als Personen, deren Hirnaktivität gleich blieb oder abnahm.

Leistungsfähige Gehirne alter Menschen funktionieren wie die junger Menschen

Ein gut funktionierendes Gehirn kennt kein Alter. © Scott Maxwell / fotolia.com

Die Unterschiede in der Anpassung der Hirnaktivität an die Aufgabenschwierigkeit waren gerade bei den älteren Erwachsenen besonders groß, so Psychologin Irene Nagel vom Max-Planck-Institut. Mit einem internationalen Forscherteam untersuchte sie die Hirnaktivität von 30 jüngeren (20 bis 30 Jahre) und 30 älteren (60 bis 70 Jahre) Studienteilnehmern mithilfe der funktionellen Magnetresonanztomografie (fMRT).

Die Teilnehmer sollten sich im MRT unterschiedlich schwierige räumliche Muster einprägen und über einen kurzen Zeitraum merken. Die Forscher konnten anhand der fMRT-Bilder feststellen, welche Hirnareale beim Lösen der Aufgaben aktiviert wurden und wie sich die Hirnaktivität mit der Aufgabenschwierigkeit veränderte.

Anhand der Richtigkeit der Antworten ermittelten die Forscher die Leistungen der Teilnehmer und untersuchten, wie sich die Anpassung der Hirnaktivierung an die Aufgabenschwierigkeit zwischen Personen mit hohen und Personen mit niedrigen Leistungen unterschied.

Im Laufe des Erwachsenenalters werden die Unterschiede der Leistungsfähigkeit des Arbeitsgedächtnis größer, weil bei manchen Personen die Leistungen stärker nachlassen als bei anderen (Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America, 106, 2009, 22552).

Dabei zeigte sich, dass bei Probanden mit hohen Leistungen die Hirnaktivierung mit steigender Aufgabenschwierigkeit zunahm - und zwar unabhängig vom Alter.

Die Ergebnisse legen nahe, dass leistungsfähige Gehirne älterer Erwachsener ähnlich funktionieren wie die jüngerer Erwachsener.

Abstract der Studie: Performance level modulates adult age differences in brain activation during spatial working memory.

Weitere Informationen zur Studie und dem Max-Planck-Institut

| Share

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Top-Meldungen

Neue Ära in der Schlaganfall-Therapie?

Ein neuartiges Therapieverfahren weckt große Hoffnungen bei der Behandlung von akutem Schlaganfall. Jetzt hat es sich in Studien und auch in der Praxis bewährt. Experten jubeln: Die neue Methode wird die Schlaganfall-Therapie grundsätzlich verändern! mehr »

112 - Heute ist Europäischer Notruf-Tag

Nur etwa jeder vierte Europäer kennt die EU-weite Notrufnummer 112. Das geht aus einer Umfrage hervor, die die EU-Kommission in Brüssel anlässlich des Europäischen Notruf-Tags vorgestellt hat. Die Notrufnummer 112 ist rund um die Uhr und kostenfrei in Europa erreichbar. mehr »

Streit um frühe Nutzenbewertung eskaliert

Der Verband forschender Arzneimittelhersteller (vfa) hat das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWIG) scharf kritisiert. Das Institut missachte Standards der evidenzbasierten Medizin. Das IQWIG kontert: Die Vorwürfe sind unsachlich. mehr »