Sonntag, 12. Februar 2012
Ärzte Zeitung online, 11.02.2010

Drei Stotter-Gene entdeckt

NEW YORK (dpa). Stottern kann auch vererbt sein. US-Forscher haben drei Gene entdeckt, die eine Rolle bei dem Sprachfehler spielen. Die Forscher können nun zum ersten Mal genaue Genmutationen als eine Ursache des Stotterns benennen.

Für Hunderte Jahre war der Grund des Stotterns ein Geheimnis für die Wissenschaft und vor allem für die Betroffenen und ihre Familien, so Dr. James Battey, Direktor des Nationalen Instituts für Taubheit und andere Kommunikationsdefekte (NIDCD).

Die Wissenschaftler hatten Freiwillige in England, Pakistan und den USA untersucht und dabei drei auffällige Gene bemerkt. Mutationen bei zweien waren alte Bekannte und werden auch für andere Störungen im Stoffwechsel und der Zellregeneration verantwortlich gemacht. Der Zusammenhang mit dem dritten Gen sei zum ersten Mal beim Menschen festgestellt worden (New England Journal of Medicine 2010, online vorab).

Ererbte Defekte wurden nach Angaben der Wissenschaftler schon lange als Ursache des Stotterns vermutet. Deshalb untersuchte die Gruppe um Battey in Pakistan 123 Stotterer, von denen einige miteinander verwandt waren, und zusätzlich 96 Menschen ohne Sprachfehler. So ähnlich wiederholten es die Wissenschaftler mit Engländern und Amerikanern. Nun wollen die Forscher herausfinden, wie die Gendefekte auf die Gehirnstrukturen wirken, die wichtig für das flüssige Sprechen sind.

Bei Kindern komme Stottern häufig vor, in der Regel könne dieser Sprachfehler jedoch beseitigt werden. Bei vielen bleibe der Defekt jedoch das ganze Leben. Weltweit würden ein Prozent der Erwachsenen stottern. Dies ist eine erhebliche Einschränkung der Kommunikation und der ganzen Lebensqualität, so Battey.

Abstract der Studie: "Mutations in the Lysosomal Enzyme - Targeting Pathway and Persistent Stuttering"

| Share

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Top-Meldungen

Neue Ära in der Schlaganfall-Therapie?

Ein neuartiges Therapieverfahren weckt große Hoffnungen bei der Behandlung von akutem Schlaganfall. Jetzt hat es sich in Studien und auch in der Praxis bewährt. Experten jubeln: Die neue Methode wird die Schlaganfall-Therapie grundsätzlich verändern! mehr »

112 - Heute ist Europäischer Notruf-Tag

Nur etwa jeder vierte Europäer kennt die EU-weite Notrufnummer 112. Das geht aus einer Umfrage hervor, die die EU-Kommission in Brüssel anlässlich des Europäischen Notruf-Tags vorgestellt hat. Die Notrufnummer 112 ist rund um die Uhr und kostenfrei in Europa erreichbar. mehr »

Streit um frühe Nutzenbewertung eskaliert

Der Verband forschender Arzneimittelhersteller (vfa) hat das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWIG) scharf kritisiert. Das Institut missachte Standards der evidenzbasierten Medizin. Das IQWIG kontert: Die Vorwürfe sind unsachlich. mehr »