Ärzte Zeitung online, 16.02.2010

US-Behörde zählt mehr Tote wegen Toyota-Pannen

WASHINGTON (dpa). Klemmende Gaspedale und rutschende Fußmatten bei einer ganzen Reihe von Toyota-Modellen sollen mehr Menschen das Leben gekostet haben als bislang bekannt. Amerikanische Medien kommen bei der Auswertung von Daten, die die US-Behörde für Verkehrssicherheit am Montag veröffentlicht hat, übereinstimmend auf 34 Opfer.

Bislang waren 21 Tote in den vergangenen zehn Jahren mit einer ungewollten Beschleunigung von Toyota-Wagen in Verbindung gebracht worden.

Die Behörde sammelt seit Jahren Hinweise von Bürgern auf Defekte bei Fahrzeugen. Seitdem Toyota Millionen Autos zurückruft und immer neue Probleme ans Licht kommen, ist auch die Zahl der gemeldeten Unfälle sprunghaft angestiegen. So gingen alleine in den vergangenen drei Wochen Berichte über 13 neue Todesopfer ein. Die Verkehrssicherheitsbehörde untersucht die Fälle gemeinsam mit dem Verkehrsministerium und mehreren Kongressausschüssen.

Toyota muss sich ab dem 24. Februar bei Anhörungen in Washington verantworten. Dabei soll vor allem geklärt werden, seit wann der Konzern von den gefährlichen Defekten wusste und wie er darauf reagiert hat.

In Europa hat Toyota inzwischen zugegeben, dass sich schon 2008 eine ganze Reihe von Kunden wegen der klemmenden Pedale beschwert haben; 2009 sei daraufhin das Design bei der Produktion geändert worden.

Weltweit ruft der Autobauer mehr als 8 Millionen Wagen zurück, die meisten davon auf dem US-Markt. Die Gaspedale drohen in der heruntergedrückten Stellung hängen zu bleiben. Zudem kann es passieren, dass sich die Fußmatte mit dem Pedal verkeilt. Mehrere Modelle unterschiedlicher Baujahre sind betroffen.

Überdies drohen bei 437 000 Hybridautos die Bremsen zeitweilig auszusetzen, darunter auch beim Verkaufsschlager Prius. Deswegen soll es alleine in den USA bereits zu 34 Unfällen gekommen sein mit sechs Verletzten. Tote gab es nach den Daten der Behörde jedoch keine. Zuletzt war es auch noch bei Pick-up-Trucks zu Brüchen an der Antriebswelle gekommen.

Toyota sieht sich wegen der Pannenserie in den USA mit einer ganzen Reihe von Klagen konfrontiert. Als Kläger treten nicht nur Opfer von Verkehrsunfällen auf, sondern auch Besitzer von Toyota-Autos, deren Fahrzeuge nach Bekanntwerden der technischen Probleme nun weniger wert sind. Experten gehen von mehreren Milliarden Dollar aus, die Toyota das Debakel kosten wird. Der Hersteller hatte die Produktion anhalten und den Verkauf der problembehafteten Modelle zeitweilig stoppen müssen.

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