Ärzte Zeitung online, 16.02.2010

Auf Deutschland liegen 21,6 Milliarden Tonnen Schnee

OFFENBACH (dpa). Deutschland liegt zurzeit unter rund 21,6 Milliarden Tonnen Schnee. In Wasser umgerechnet, entspreche diese Menge der Hälfte des Bodensees, sagte Uwe Kirsche vom Deutschen Wettedienst (DWD) in Offenbach.

Im Schnitt lagen nach Berechnungen der Meteorologen am Montag 60 Kilogramm Schnee auf jedem Quadratmeter, in den Mittelgebirgen auch deutlich mehr. Inzwischen weist die Schneedecke einige Lücken auf, aber es taut nur sehr langsam. Bis Donnerstag werde nach Prognose sogar noch 1,6 Kilo Schnee pro Quadratmeter hinzukommen - "das sind noch einmal 570 Millionen Tonnen", so Kirsche.

1700 über ganz Deutschland verteilte DWD-Messstationen sammeln Schnee-Daten für das sogenannte Snow-Modell. Alle sechs Stunden werden die Werte aktualisiert. Die Experten errechnen aus den Daten Informationen für die Hochwasserzentralen, die damit künftige Pegelstände berechnen können.

Nach wie vor türmt sich vor allem im Nordosten viel Schnee: In Greifswald lag am Dienstag ein halber Meter, im bayerischen Oberstdorf waren es nur 39 Zentimeter. In Magdeburg lagen 20, in Kiel 42 und in Aachen 14 Zentimeter.

Der Salzmangel auf deutschen Straßen wird unterdessen immer dramatischer. Vor allem in Nordrhein-Westfalen mussten mehrere Straßenmeistereien in den vergangenen Tagen vorübergehend den Streudienst einstellen, weil ihnen Salz fehlte. Das teilte der Landesbetrieb Straßen NRW mit. In diesem Winter hat sich der Verbrauch an Streusalz zwischen Rhein und Weser bereits mehr als verdoppelt. Bislang seien rund 250 000 Tonnen Salz gestreut worden, im harten Winter 2008/09 waren es nur 200 000 Tonnen, in durchschnittlichen Wintern sogar nur rund 120 000 Tonnen.

Lesen Sie dazu auch: Gut gegen Glatteis: Daraus besteht Streusalz

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