Ärzte Zeitung online, 24.02.2010

Forscher äußern sich in "Nature" über Schweineversuch in Österreich

BOZEN (eb). Weltweit haben Medien über das Lawinenprojekt mit Schweinen berichtet, das nach vier Tagen vorzeitig abgebrochen wurde. Die Redaktion des Wissenschaftsmagazins "Nature" wandte sich noch während des Versuchs an die Forscher, um mehr über die Hintergründe des Forschungsprojektes zu erfahren. Der Studienleiter fordert nun einen öffentlichen Diskurs über Tierversuche.

Die drei Autoren erläutern, dass sie mithilfe des Versuchs mit betäubten Schweinen reale Maßstäbe für die Überlebenschance von Lawinenopfern bekommen wollten. Die Ergebnisse hätten einen entscheidenden Beitrag zur Rettung von Menschenleben leisten können, sagen sie. Sensationsmeldungen, die verbreitet hatten, dass Tiere im Schnee zu Tode gequält werden, hatten zur Folge, dass die beteiligten Wissenschaftler von Tierversuchsgegnern bedrängt wurden, sogar Morddrohungen erhielten und schlussendlich das Forschungsprojekt abbrachen.

Die Wissenschaftler bestätigen, dass das Projekt ordnungsgemäß eingereicht und von der zuständigen österreichischen Tierversuchskommission und dem Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung genehmigt worden war (Nature 463, 2010, 877).

Studienleiter Dr. Hermann Brugger fordert in der Fachzeitschrift "Nature" zu einem breiteren öffentlichen Diskurs über Tierversuche auf. Es herrsche darüber offensichtlich eine große Unsicherheit und ein Informationsdefizit. "Dass Tierversuche, die unter strengen ethischen und juridischen Kriterien durchgeführt werden, für die medizinische Forschung und somit auch für unseren Lebensstandard unabdingbar sind, wird zu wenig wahrgenommen", findet er.

Lesen Sie dazu auch: Schweine lebend im Schnee begraben: Tierversuch abgebrochen

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