Ärzte Zeitung online, 26.02.2010

Feuerwehr soll Zugriff auf Fahrzeugdaten bekommen

BERLIN/MÜNCHEN (dpa). Die Feuerwehr soll sich künftig durch direkten Zugriff auf die Daten des Kraftfahrtbundesamtes schneller über die Möglichkeiten zur Rettung eingeklemmter Unfallopfer informieren können. Eine Änderung des Straßenverkehrsgesetzes und der Fahrzeug-Zulassungsverordnung brachte am Freitag Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) in Berlin auf den Weg.

Bisher hatte nur die Polizei einen direkten Zugriff auf die Daten des Kraftfahrtbundesamts (KBA) in Flensburg. Doch die Angaben über Stahl-Verstärkungen des Fahrzeugs, Lage der Airbags, Batterien, Steuergeräte oder Tanks können der Feuerwehr helfen, schnell Leben zu retten.

"Wenn Unfallopfer in den Trümmern ihres Autos eingequetscht sind, zählt jede Minute", sagte der Minister. "Die Rettungskräfte müssen schnellstmöglich wissen, wo sie ihre Schneidgeräte ansetzen, um die Insassen sicher aus ihrem Fahrzeug zu befreien." Ramsauer appellierte an die Autofahrer, dennoch selber "Rettungskarten" wie sie von den Herstellern bereitgestellt werden, mit den wichtigsten Fahrzeugdaten unter der Sonnenblende dabei zu haben.

Oft fehlten wichtige Einzelinformationen über den genauen Fahrzeugtyp, das Modell oder Umrüstungen zum Beispiel auf Gasbetrieb. Der ADAC appellierte seit längerem an Autohersteller, Neuwagen sofort mit den "Rettungskarten" auszurüsten. Fahrer älteren Wagen könnten sich die Karten beim ADAC besorgen.

Dieter Wirsich, Pressesprecher der ADAC-Zentrale in München bezeichnete die Änderung des Straßenverkehrsgesetzes als "Ergänzung der ADAC-Initiative Rettungskarten". "Dass wir wissen, dass es diese Problematik fehlender Informationen bei der Rettung eingeklemmter Insassen gibt, ist ein Ergebnis der ADAC- Unfallforschung", sagte Wirsich. Die Problematik sei immer wieder in Gesprächen mit dem Verkehrsministerium thematisiert worden.

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