Ärzte Zeitung online, 04.03.2010

Jeder fünfte Parlamentarier weltweit eine Frau

NEW YORK (dpa). Der Anteil von Frauen in der Politik hat sich in den vergangenen 15 Jahren fast verdoppelt. Im weltweiten Durchschnitt ist derzeit knapp jeder fünfte Parlamentssitz (18,8 Prozent) von einer Frau besetzt.

1995 waren Frauen erst mit 11,3 Prozent in ihren Landesparlamenten vertreten, berichtete die Interparlamentarische Union (IPU) am Mittwoch in New York. Als Ziel war beim vierten Weltfrauenkongress 1995 in Peking ein weiblicher Machtfaktor von wenigstens 30 Prozent in Parlamenten weltweit angepeilt worden.

Diese Vorgabe hat Deutschland mit einem Anteil von 32,8 Prozent Parlamentarierinnen im Bundestag bereits erfüllt. Südafrika kann seit 2009 sogar 43,5 Prozent vorweisen, und Island folgt ihm laut IPU mit 42,9 Prozent dicht auf den Fersen. Die Schlusslichter der Statistik sind unter anderem Japan mit 11,3 Prozent, Indien mit 10,7 und der Libanon mit 3,1 Prozent Frauen in den Landesparlamenten. Die Komoren, Mikronesien sowie Saudi-Arabien haben nicht eine einzige Abgeordnete, die in der Politik die Frauen ihres Landes vertritt.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon nannte die Übertragung von Verantwortung auf Frauen "wirtschaftlich und gesellschaftlich ein Muss". "Wohin wir auch schauen - besonders durch die Linsen der Armut - tragen Frauen noch immer das schwerste Los", sagte Ban zum Internationalen Frauentag am 8. März. Die Vereinten Nationen gingen mit gutem Beispiel voran, sagte der UN-Chef. Sie hätten seit seinem Amtsantritt vor drei Jahren 40 Prozent mehr Frauen auf die Spitzenpositionen der Weltorganisation vorgelassen.

Dagegen haben es Frauen in Deutschland nicht nur schwerer, in die obersten Ränge von Unternehmen und Institutionen vorzustoßen. Sie verdienen im Durchschnitt auch 23 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen, wie aus einer am UN-Hauptsitz ausgegebenen Broschüre des Bundesfamilienministeriums hervorgeht. Mit dieser Einkommenskluft zwischen Männern und Frauen im gleichen Beruf liegt Deutschland den Angaben des Ministeriums nach im EU-Vergleich an siebter Stelle von unten.

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